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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Pontin – ein neuer prognostischer Faktor für das kolorektale Karzinom?

Meeting Abstract

  • Johannes Christian Lauscher - Charite Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Sefer Elezkurtaj - Charité Campus Mitte, Institut für Pathologie, Berlin
  • Jörn Gröne - Charité Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Otmar Huber - Universitätsklinikum Jena, Biochemie II, Jena
  • Sybille Lipka - Charité Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Heinz-Johannes Buhr - Charité Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Martin Kruschewski - Charité Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch114

DOI: 10.3205/12dgch114, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1143

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Lauscher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Transkriptionsfaktor Pontin erhöht durch Interaktion mit dem TCF/beta-Catenin-Transkriptionskomplex die Expression von Zielgenen des Wnt-Signalwegs wie c-myc und cyclin D1. Wir konnten zeigen, dass Pontin beim kokorektalen Karzinom (CRC) stärker exprimiert ist als im korrespondierenden Normalgewebe. Die Fragestellung dieser Studie war, ob das Expressionsmuster von Pontin eine Bedeutung für die Prognose bzw. für das Ansprechen auf die adjuvante Therapie beim CRC hat.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden alle Patienten, die eine kurative Resektion eines sporadischen kolorektalen Adenokarzinoms (Kolonkarzinome UICC III, Rektumkarzinome UICC II + III) erhielten. Ausgeschlossen wurden Doppelkarzinome, Rezidive, Colitis-assoziierte Karzinome, Patienten mit Z. n. neoadjuvanter Radiochemotherapie bzw. einer anderen malignen Erkrankung. Von allen Patienten wurden die Nachsorgedaten leitliniengerecht erfasst. Die Pontinexpression wurde mittels Immunhistochemie (monoklonaler anti-Pontin-Antikörper) semiquantitativ an Paraffingewebe kolorektaler Karzinome gemessen. Eine positive Pontinexpression wurde ab durchschnittlich 10 % gefärbter Kerne in fünf High Power Fields definiert. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Fisher-exact-Test, Kaplan-Meier-Analyse und Cox-Regression.

Ergebnisse: N=115 Patienten wurden eingeschlossen. 31,0 % der Patienten waren im UICC-Stadium II, 69,0 % im UICC-Stadium III. 31,9 % der Karzinome waren im Kolon lokalisiert, 68,1 % im Rektum. 78,4 % der Patienten erhielten eine adjuvante Therapie. Die Follow-up-Dauer lag bei mindestens 60 Monaten. Nach dem Follow-up waren 60 % der Patienten rezidivfrei, 22 % hatten Fernmetastasen, 14 % erlitten ein Lokalrezidiv und 4 % der Patienten ein lokales Rezidiv und Fernmetastasen. 56 Patienten (48,7%) waren in der immunhistochemischen Analyse „Pontin-positiv“, 59 Patienten waren „Pontin-negativ“ (51,3%). Das rezidivfreie Überleben im Stadium UICC III war bei den „Pontin-positiven“ Patienten signifikant schlechter (p=0,028); (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]) „Pontin-positive“ Patienten wiesen ein signifikant schlechteres Gesamtüberleben nach adjuvanter Therapie auf (p=0,011).

Schlussfolgerung: Die nukleäre Expression von Pontin ist mit einem schlechteren Ansprechen auf die adjuvante Therapie und einem höherem Risiko für ein Rezidiv im UICC-Stadium III beim kolorektalen Karzinom assoziiert. Die Rolle von Pontin als potentieller prognostischer Marker des kolorektalen Karzinoms muss in weiteren Studien validiert werden.