gms | German Medical Science

129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Spondylodiszitis und spinaler Abszess: Reevaluierung von Procalcitonin als diagnostischer Parameter

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Michael Knoop - HELIOS Klinikum Bad Saarow, Klinik für Neurochirurgie, Bad Saarow

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch088

DOI: 10.3205/12dgch088, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0889

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Knoop.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die Spondylodiszitis entsteht häufig infolge hämatogener Streuung von einem infektiösen Herd außerhalb der Wirbelsäule, aber auch postoperativ. Die Stellung der Diagnose Spondylodiszitis wird häufig verzögert. Laborchemische Standardparameter sind Leukozyten, C-reaktives Protein (CRP) sowie Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG). Patienten mit einer akuten Spondylodiszitis zeigen überwiegend einen deutlichen Anstieg der Entzündungsparameter sowie der BSG. Wir reevaluierten Procalcitonin (PCT) als diagnostischen Parameter der Spondylodiszitis sowie des spinalen Abszesses.

Material und Methoden: Patienten mit einer Spondylodiszitis oder einem spinalen Abszess wurden prospektiv von 01/2009 bis 09/2011 in die Studie eingeschlossen. Leukozyten, CRP, BSG und Procalcitonin wurden untersucht. Zur mikrobiologischen Untersuchung wurde Material über eine CT-gestützte Punktion oder intraoperativ gewonnen.

Ergebnisse: 26 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen und ausgewertet: Spondylodiszitis ohne Pneumonie oder Sepsis n=18, Spondylodiszitis mit Pneumonie n=4, spinaler Abszess n=4. Wir fanden deutlich erhöhte Entzündungsparameter (Leukozyten, CRP, BSG) bei allen Patienten mit einer Spondylodiszitis oder einem spinalen Abszess. Unter der Therapie bildeten sich die Entzündungsparameter in der beobachteten Zeit zurück. Das PCT war erhöht bei Patienten mit einer Spondylodiszitis ohne Pneumonie in 5% (1/18) sowie bei Patienten welche eine Pneumonie entwickelten in 100% (4/4). PCT war nicht erhöht beim spinalen Abszess (0/4).

Schlussfolgerung: Bei Patienten mit einer Spondylodiszitis ist Procalcitonin ein hilfreicher Parameter zum frühen Erkennen infektionsbedingter Komplikationen, zum Beispiel einer Pneumonie oder Sepsis.