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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Herzperforation 2,5 Jahre nach Kyphoplastie

Meeting Abstract

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  • Axel Prokop - Kliniken Sindelfingen, Unfallchirurgie, Sindelfingen
  • Michael Hägele - Kliniken Sindelfingen, Kardiologie, Sindelfingen
  • Marc Chmielnicki - Kliniken Sindelfingen, Unfallchirurgie, Sindelfingen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch085

DOI: 10.3205/12dgch085, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0853

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Prokop et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Kyphoplastie ist ein etabliertes Verfahren zur Therapie der osteoporotischen Sinterungsfrakturen. In 10-15% der Fälle kommt es zu Paravasaten und Zementausgüssen in die ableitenden Venen.

Material und Methoden: Kasuistischer Verlauf über 3 Jahre. 2008 wurde bei einer 62-jährigen Frau mit osteoporotischen schmerzhaften Sinterungsfrakturen L 4 und L 5 (VAS präoperativ 9/10 postoperativ 1/10) eine Kyphoplastie durchgeführt. Im Röntgenbild konnte Zement in den abfließenden Venen gesehen werden. 2,5 Jahre später stellte sich die Patientin mit einer dekompensierten Herzinsuffizienz notfallmäßig wieder vor. Im Thorax-CT und der Angiographie waren Zementembolien in der Lunge zu sehen, sowie eine Herzbeutelperforation mit beginnender Tamponade des Herzens. Notfallmäßig wurde thorakotomiert. Intraoperativ wurden zwei 4 cm lange, spitze Zementstücke aus dem Herzen geborgen, die den rechten Ventrikel perforiert hatten. (Abbildung 1 [Abb. 1])

Ergebnisse: Die Leckage wurde durch direkte Naht verschlossen. Die Patientin überlebt den Eingriff und wurde nach 2-wöchiger Intensivbehandlung nach Hause entlassen. 6 Monate später war sie wieder völlig beschwerdefrei.

Schlussfolgerung: Bei der Kyphoplastie insbesondere von mehr als 1 Etage muss darauf geachtet werden, dass der Zement nicht zu flüssig ist, da venöse Embolien entstehen können. Diese sind in der Regel asymptomatisch, können aber zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.