gms | German Medical Science

129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Ist die radikale Resektion bei primären und sekundären Sarkomen des Pankreas immer indiziert?

Meeting Abstract

  • Andrea Alexander - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf
  • Alexander Rehders - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf
  • Andreas Raffel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf
  • Markus Ghadimi - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf
  • Jan Schulte am Esch - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf
  • Nikolas Hendrik Stoecklein - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf
  • Kenko Cupisti - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf
  • Wolfram Trudo Knoefel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Chirurgische Klinik, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch060

DOI: 10.3205/12dgch060, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0604

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Alexander et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Bislang gibt es nur spärliche Berichte zu Pankreas Sarkomen. Üblicherweise schließen diese Fallberichte mit der Empfehlung eine komplette Resektion anzustreben, da es keine sinnvolle Alternativen gibt. Wir untersuchten Faktoren die zu einem Versagen dieser Strategie prädisponieren.

Material und Methoden: Alle Patienten mit resezierten Sarkomen wurden in unserer Klinik seit September 2003 prospektiv erfasst und dokumentiert. Unsere primären Zielparameter waren perioperative Komplikationen und er Langzeitverlauf.

Ergebnisse: Acht Patienten wurden erfasst. Sechs litten an einem primären Pankresa Sarkom, zwei litten unter einem in das Pankreas metastasiertem Sarkom. Von den Primärtumoren hatten zwei bereits zum Zeitpunkt der Erstoperation metastasiert, zwei verstarben an einem Multiorganversagen 4 und 5 Monate nach der Operation, 2 benötigten eine erneute Operation wegen eines Lokalrezidivs oder wegen Fermetastasen. Ein Patient nach 16 und 21 Monaten. Dieser Patient verstarb nach insgesamt 27 Monaten aufgrund seines fortschreitenden Tumorleidens Der andere Patient zeigte eine Metastase 5 Monate nach distaler Pankreatektomie und ist derzeit tumorfrei. 3 Patienten sind rezidivfrei nach 3, 5 und 96 Monaten. 8 dieser 9 Resektionen waren R0 Resektionen.

Beide Patienten mit Sarkommetastasen im Pankreas benötigten multiple Operationen (3 und 7) an verschiedenen Organen über einen Zeitraum von 7 und 4 Jahren und einer steht derzeit wieder vor eine Metastasenresektion (Lunge). Beide erreichten jeweils nach Ihren Operationen eine exzellente Lebensqualität.

Schlussfolgerung: Dies ist die größte unizentrische Serie von primären und sekundären Pankreassarkomen. Beide zeigen eine bessere Prognose als das Adenokarzinom des Pankreas und eine R0 Resektion ist gerechtfertigt. Ein Fern- Rezidiv ist bei Pankreasmetastasen sehr wahrscheinlich aber auch diese Rezidivmetastasen können mit sehr guten Ergebnissen reseziert werden. Nach R0 Resektion primärer Sarkome ist ein onkologisches Versagen eher selten. Allerdings haben die oft notwendigen multiviszeralen Resektionen ein substantielles Mortalitätsrisiko und die adäquate Patientenselektion bleibt eine individuelle Entscheidung.