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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

GNAS1 T393C –Polymorphismus - Marker zur Therapieentscheidung beim lokal fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom

Meeting Abstract

  • Hakan Alakus - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln
  • Elfriede Bollschweiler - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln
  • Ute Warnecke-Eberz - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln
  • Stefan Mönig - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln
  • Arnulf H. Hölscher - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln
  • Ralf Metzger - Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Visceral,- und Tumorchirurgie, Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch039

DOI: 10.3205/12dgch039, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0399

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Alakus et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Aktuelle Studien zeigen für unterschiedliche Tumorentitäten einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Single Nukleotid Polymorphismus GNAS1 T393C und Prognose. Ziel der Arbeit ist die Beurteilung der prognostischen Relevanz von GNAS1 beim lokal fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom (cT3) im Vergleich von Patienten mit und ohne neoadjuvanter Radiochemotherapie (RTx/CTx).

Material und Methoden: Zwischen 1996 und 2008 wurden 435 Patienten (345m, 90w; medianes Alter 62,4 Jahre, min 19J-max 86 J,) mit Ösophaguskarzinom (SCC 45%, AC 55%) einer chirurgischen Therapie mit kurativer Intention unterzogen. 305 Patienten erhielten präoperativ eine neoadjuvante RTx/CTx. Die Bestimmung des GNAS1 T393C-Polymorphismus erfolgte aus in Paraffin eingebetteten Resektionspräparaten; als Referenzgruppe wurden Blutproben 800 gesunder Probanden verwendet.

Die allelische Diskriminierung erfolgte durch quantitative real-time PCR (TaqMan 7900HT). Zwei allelspezifische TaqMan Proben wurden zur kompetitiven allelspezifischen Gen-Amplifikation von GNAS1 eingesetzt. Der ermittelte Genotyp wurde mit klinischen Parametern und Prognose verglichen.

Ergebnisse: Die Verteilung der GNAS1-Genotypen war: CC=28%, CT=49% und TT=23% und unterschied sich nicht von der gesunden Kontrollgruppe. Weiterhin zeigten sich keine Korrelation mit Geschlecht oder histologischem Typ. Sowohl für die Gruppe der primär operierten Patienten (OP) als auch für die mit Vorbehandlung zeigte die Verteilung der Genotypen keine signifikante Korrelation mit pN oder pM. Die 5-Jahres Überlebensrate (5-JÜLR) für OP-Patienten mit einem TT-Genotyp betrug 16%, für CT-Genotyp-Patienten 12%. Gegenüber T-Allelträgern (CT TT) zeigten homozygoten C-Allelträger (CC) eine signifikant verbesserte 5-JÜLR von 35% (p=0.039). In der multivariaten Analyse behielt der T393C-Polymorphismus neben den bekannten prognostischen Parametern Alter (p<0,001), pN (<0,001) und pM (p<0,001) seine prognostische Unabhängigkeit (p=0,048).

In der Gruppe mit RTx/CTx zeigte die Verteilung der Genotypen keine signifikante Korrelation mit dem histopathologischen Ansprechen (p=0,06). Die 5-JÜLR verbesserte sich um etwa 20% durch die neoadjuvante Therapie für Patienten mit T- Allelträger (CT oder TT) auf 29% bzw 36%. Patienten mit homozygoten C-Allel hatten eine vergleichbare Prognose (5-JÜLR 35%)mit und ohne Anwendung der multimodalen Therapie.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Studie zeigt die prognostische Relevanz des GNAS1 T393C-Polymorphismus beim Ösophaguskarzinom. Dieser Polymorphismus kann bei der zukünftigen Therapie des Ösophaguskarzinoms einen molekularen Entscheidungsbaustein darstellen.