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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Reduktion der Inzidenz der postoperativen symptomatischen Hypocalcämie nach Schilddrüsenresektion

Meeting Abstract

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  • Wolfgang Stengl - Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg, Chirurgische Klinik, Nürnberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch015

DOI: 10.3205/12dgch015, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0156

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Stengl.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der passagere und permanente Hypoparathyreoidismus ist die häufigsten Komplikation nach ausgedehnten beidseitigen Schilddrüseneingriffen. Neben belastenden Symptomen kommt es häufig zur Verlängerung der stationären Behandlungsdauer und zur Notwendigkeit einer intensivierten poststationären Betreuung. Im Rahmen dieser Studie wurde untersucht, inwieweit eine systematische frühzeitige Behandlung mit Calcium und Calcitriol auf der Basis postoperativ erhobener PTH- und Calciumwerte gegenüber einer rein symptombezogenen Behandlung zu einer Reduktion der Inzidenz und Schwere der Beschwerden des postoperativen Hypoparathyreoidismus führt.

Material und Methoden: Im Rahmen einer seit 2005 laufenden kontinuierlichen Qualitätsssicherungsmaßnahme mit prospektiver Datenerfassung in der Schilddrüsenchirurgie wurde im zweiten Halbjahr 2010 ein Behandlungsregime zur systematischen PTH- und Calciumbasierten direkt postoperativen Behandlung des Hypoparathyreoidismus eingeführt. Die Ergebnisse des zweiten Halbjahres 2010 wurden insgesamt und für die Gruppe der Thyroidektomierten mit den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2010 verglichen.

Ergebnisse: Im 1. Halbjahr vor der Einführung des Konzeptes wurden 400 Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Der Anteil an Thyroidektomien betrug 211 Fälle (52,7%). Im zweiten Halbjahr wurden 380 Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Die Thyroidektomierate betrug 164 Fälle (43,2%).

Im Gesamtzeitraum des Jahres wurden bei 93 von 780 Patienten (11,9%) Symptome eines Hypoparathyreoidismus erfasst. Im ersten Halbjahr wurden in 69 von 400 (17,25%) operierten Fällen Symptome eines Hypoparathyreoidismus erfasst. Im zweiten Halbjahr in 24 von 380 (6,3%) operierten Fällen. Dies entspricht einer Reduktion um 63,5%.

Betrachtet man die thyroidektomierten Patienten im ersten Halbjahr so traten in 54 von 211 Fällen (25,6%) Beschwerden als Hinweis auf einen Hypoparathyreoidismus auf. Bei den thyroidektomierten Patienten im zweiten Halbjahr wurden in 15 von 164 Fällen (9,1%) Beschwerden als Symptome eines Hypopararthyreoidismus festgestellt. Dies entspricht einer Reduktion um 64,5%.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen unseren Erachtens, dass eine systematische Therapie der postoperativen Calciumstoffwechselstörung unter Berücksichtigung postoperativ erhobener Calcium und PTH-Werte Vorteile gegenüber einer rein symptomorientierten Behandlung besitzt. Die Inzidenz symptomatischer Störungen des Calciumstoffwechsels kann deutlich reduziert werden.