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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Übergewichtsreduktion nach Schlauchmagenresektion (Sleeve Gastrectomy) – Versuch einer systematischen Übersichtsarbeit

Meeting Abstract

  • Lars Fischer - Uniklinik Heidelberg Chirurgische Klinik, Viszeralchirurgie, Heidelberg
  • Caroline Hildebrandt - Chrurgische Klinik Heidelberg, Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Thomas Bruckner - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Biometrische Beratung, Heidelberg
  • Hannes Götz Kenngott - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral. und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Tobias Gehrig - Chrurgische Klinik Heidelberg, Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Markus Wolfgang Büchler - Chrurgische Klinik Heidelberg, Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Beat Müller - Chrurgische Klinik Heidelberg, Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch002

DOI: 10.3205/12dgch002, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0028

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Fischer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die klinische Bedeutung der Schlauchmagenresektion (Sleeve Gastrectomy) als alleinstehender bariatrischer Eingriff wird immer noch kontrovers diskutiert. Wir präsentieren hier eine systematische Übersicht über die Übergewichtreduktion (Excessive Weight Loss, EWL) nach Schlauchmagenoperation und vergleichen die erzielten Ergebnisse mit Daten zur Magenbypassoperation.

Material und Methoden: Relevante Publikationen über Schlauchmagenresektion wurden mittels Datenbank- und Handrecherche von 2004 bis Dezember 2010 identifiziert. Einzelfallstudien, Tierstudien und Reviewartikel wurden von der Auswertung ausgeschlossen. Zum Zwecke der Vergleichbarkeit wurden die Ergebnisse systematischer Übersichtsarbeiten von Magenbypassoperationen herangezogen

Ergebnisse: In die Auswertungen gingen 122 Fallserien mit der Beschreibung von insgesamt 12106 Patienten ein. Sowohl die Zahl der Publikationen als auch die Zahl der operierten Patienten hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. In 47,9 Prozent der Fallstudien wurden 50 oder mehr Patienten beschrieben. In 44.6% der Fallserien findet sich eine Beschreibung des EWL bis zu 12 Monaten nach der Operation. Das Maximum der Übergewichtsreduktion wird in einem Zeitraum zwischen 24 Monaten (Mittelwert 64,3% EWL, range 46,1% -75,0%) und 36 Monaten (Mittelwert 66,0 %EWL, r ange60,0%-77,5%) erreicht. Nur 5 Studien geben eine Verlaufskontrolle des EWL zum Zeitpunkt von 36 oder mehr Monaten an. Zwölf Monate nach Operation haben Patienten nach Schlauchmagenresektion einen signifikant geringeren Übergewichtsverlust als Patienten mach Magenbypassoperation (Schlauchmagen: EWL 56,1%; Magenbypass: EWL 68,3%; p<0,01Wilcoxon-Test). Diese Signifikanz allerdings ist nach 24 Monaten nicht mehr gegeben (Schlauchmagen: EWL 61.3 %, Magenbypass: EWL 69.6 %, p<0.08Wilcoxon -Test). Re-Operationen nach Schlauchmagenoperationen als geplante alleinstehende Operation waren in 6.8 % (range 0.7 % - 25 %) notwendig. In Patienten mit Schlauchmagenoperationen als geplanter Ersteingriff wurden in 9.6 % - 28.5 % der Zweiteingriff durchgeführt.

Schlussfolgerung: Die Schlauchmagenresektion ist ein effektives bariatrisches Operationsverfahren mit zufriedenstellenden Ergebnissen in Bezug auf Übergewichtsverlust über einen Zeitraum von mindestens 4 Jahren. Im Vergleich zur Magenbypassoperation kann bezüglich des EWL nach 24 Monaten kein signifikanter Unterschied beobachtet werden