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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Ästhetik und Rekonstruktion: Abdominoplatik als präferierter Zugang für eine Herniotomie

Meeting Abstract

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  • Jens Kauczok - Universitätsklinikum der RWTH Aachen, Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Aachen
  • Erhan Demir - Universitätsklinikum der RWTH Aachen, Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Aachen
  • Norbert Pallua - Universitätsklinikum der RWTH Aachen, Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Aachen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch824

DOI: 10.3205/11dgch824, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch8240

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Kauczok et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Inzidenz von Narbenhernien nach Laparotomien liegt bei bis zu 23%. Unabhängig von der Rekonstruktionsart wird als Zugang meist die Laparotomienarbe gewählt. Nach der Wiederherstellung der Bauchwand entsteht durch die Formveränderung ein Überschuss an Gewebe. Dieses kann dann jedoch nur quer zur Inzision korrigiert werden. Eine vollständige Neuformung der Bauchdecke ist aber durch eine Abdominoplastik möglich.

Material und Methoden: Nachuntersuchung von 38 Patienten, die in unserer Klinik zwischen 2002 und 2009 bei einer Narbenhernie über einen Abdominoplastikzugang versorgt wurden.

Ergebnisse: In unserem Patientenkollektiv wurden in den letzten sieben Jahren 38 Patienten über eine Abdominoplastik herniotomiert. Nach entsprechender Anzeichnung erfolgte zunächst das Heben der kompletten Bauchdecke bis zum Xiphoid. Anschließend wurde die Bauchdecke nach Adhäsiolyse rekonstruiert, meist mittels einer „Component separation“ nach Ramirez und der Verstärkung der Bauchdecke mit einem Corium-Graft. Der mittlere stationäre Aufenthalt war mit 9 Tagen trotz der größeren Wundfläche nicht verlängert und ebenso die Inzidenz von Wundheilungsstörungen mit 8% nicht erhöht im Vergleich zu Patienten, die über einen klassischen Zugang operiert wurden (n=23). Bei 2% der Patienten war eine Revision auf Grund eines Seroms oder einer Dehiszenz erforderlich. Die Operationszeit war im Schnitt um zwei Stunden verlängert, ohne dass dies Einfluss auf die postoperative Komplikations- oder Infektionsrate hatte. Alle Patienten wurden postoperativ nachuntersucht und nach mindestens 6 Monaten über ihre Einschätzung des Operationsergebnisses befragt. 84% der Patienten gaben an, das Ergebnis kosmetisch ansprechend zu empfinden und zufrieden mit ihrem Erscheinungsbild nach der Operation zu sein.

Schlussfolgerung: Die Rekonstruktion der Bauchwand bei Vorliegen einer Narbenhernie sollte über eine Abdominoplastik erfolgen. Eine ausreichende Exposition wird gewährleistet und gleichzeitig durch die Straffung ein kosmetisch besseres Ergebnis erzielt.