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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Der klinische Einsatz und die Bewertung der implantierbaren Dopplersonde

Meeting Abstract

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  • Niklas Iblher - Universtitätsklinik Freiburg, Abt. Plastische und Handchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch821

DOI: 10.3205/11dgch821, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch8218

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Iblher.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die postoperatie Überwachung von freiem Gewebetransfer ist ein essentieller Baustein, um erfolgreiche mikrochirurgische Lappentransfers durchzuführen. Essentiell dafür ist neben der Schnelle der Detektion auch die Effizienz und vor allem die Effektivität des Monitoring Gerätes. Die implantierbare Dopplersonde detektiert die Lappenperfusion direkt am Lappenstiel und gibt ein Echtzeitfeedback über den Stielfluß. Bei relativ hohen Kosten muß sich aber im direkten Einsatz der Benefit dieses Gerätes erst anhand wirklich durch dieses Monitoring Gerät gerettete Lappenplastiken beweisen.

Material und Methoden: Zunächst wurden Parameter entwickelt die die Auswertung des Erfolges der implantierbaren Dopplersonde meßbar machen, da die klassischen statistischen Parameter hier keine verlässlichen Aussagen zulassen. In einer prospektiven Studie an freien Lappenplastiken von Mai 2007 bis Ende 2010 wurde dann der klinische Einsatz dieses Monitors evaluiert. Typ der Lappenplastik, Indikation, Erfolgsrate, Durchblutungsprobleme, Revisionsanzahl und Zahl der geretteten Lappen wurden ausgewertet. Neben der medizinischen Auswertung wurde auch eine Annäherung an eine betriebswirtschaftliche Rentabilitätsberechnung anhand dieser Kennzahlen durchgeführt.

Ergebnisse: Zwei neue Paramter, die flap failure reduction rate (FFRR) und die revision success rate (RSR) wurden beschrieben. Mit ihnen gelingt die exakte, vergleichbare Bezeichnung der Effektivität bzw. der Effizienz eines Monitoring Gerätes. Anhand dieser Kennzahlen lässt sich für die klin. Studie an bisher 83 Lappenplastiken in 81 Patienten mit einer Altersverteilung von 8-81 Jahren (Mittel 49 Jahre) bei 28 weiblichen und 55 männlichen Patienten die Qualität der implantierbaren Dopplersonde bestimmen. Bei 83 Lappenplastiken wurden 13 Durchblutungsprobleme korrekt erkannt. 10 Lappenplastiken wurden revidiert und 7 gerettet. Die RSR beträgt damit 70%, die FFRR 8,4%.

Schlussfolgerung: Im Vergleich zur Literatur zeigen sich damit mit der implantierbaren Dopplersonde Lappenrettungsquoten von 6–12% bei einer Effizienzkennzahl (RSR) von 50-90%. Das bedeutet, dass der Aufwand der Lappenrettung zum Teil höher ist, als bisher berichtet, jedoch immerhin 6–12% der Lappenplastiken durch diese Technologie gerettet werden können. Der Begriff der salvage rate sollten nicht mehr benutzt werden, da sie nicht das korrekte Bild wiedergeben.