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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Indikationsstellung, Operationstechnik und perioperatives Management nach Ösophagusresektion: Das Konsensus-Statement der GAST-Gruppe

Meeting Abstract

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  • Daniel Palmes - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie, Münster
  • Matthias Brüwer - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie, Münster
  • Norbert Senninger - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie, Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch740

DOI: 10.3205/11dgch740, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7407

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Palmes et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die operative und perioperative Behandlung von Patienten mit Ösophaguskarzinom erfolgt noch nicht einheitlich. Ziel der vorliegenden Studie war es, basierend auf einer Konsensfindung, Empfehlungen bezüglich der Indikationsstellung, Operationstechnik sowie des perioperativen Managements und Komplikationsmanagements darzustellen.

Material und Methoden: Chirurgen mit dem Schwerpunkt Ösophaguschirurgie aus 9 Universitätskliniken bzw. Kliniken der Maximalversorgung (insgesamt >220 Ösophagusresektionen pro Jahr) wurden einer dreistufigen Delphi-Befragung unterzogen. Ziel der Delphi-Befragungen war die Konsensfindung bezüglich der Indikationsstellung (Diagnostik und Bildgebung, neoadjuvante Therapie, Responsekontrolle, palliative Therapie etc.) Operationstechnik (Lagerung, Zugangsweg, Anastomosentechnik), des perioperativen Managements und Komplikationsmanagements bei Patienten mit Ösophaguskarzinom mittels eines 31-Fragen umfassenden Fragebogens.

Ergebnisse: Nach 3 Delphi-Befragungen wurde ein starker Konsens (>95% Zustimmung) bezüglich der präoperativen Diagnostik, Indikationsstellung (z. B. neoadjuvante Therapie bei Tumoren >uT2 und/oder uNpos inklusive LK-Metastasen am Truncus coeliacus) gefunden. Kein Konsens (<50% Zustimmung) konnte bezüglich der Methode (Wertigkeit des PET-CT) und des Zeitpunktes der Responsekontrolle sowohl beim Adeno- als auch beim Plattenepithelkarzinom gefunden werden. Bezüglich der Operationstechnik (mediane Laparotomie und rechtsseitige Thorakotomie in Schraubenlagerung, alternativ minimal-invasiv mit Bauchlagerung bei thorakoskopischer Resektion; intrathorakale Anastomose bevorzugt mit Stapler End-zu-Seit, zervikale Anastomose Handnaht End-zu-End) konnte ein mäßiger Konsens (70% Zustimmung) gefunden werden. Ein starker Konsens wurde im perioperativen Management (Anästhesie mit hochthorakaler PDA, Extubation innerhalb von 24h, Magensondenverweildauer durchschnittlich 1-2 Tage) sowie in der Diagnostik (Endoskopie mit Kontrastmittelgabe) und Behandlung von Anastomoseinsuffizienzen (1°: konservativ, 2°: Ösophagusstent, 3°: operatives Vorgehen) erreicht.

Schlussfolgerung: Mit dem GAST-Konsensus-Statement liegt ein Positionspapier für die Behandlung von Patienten mit Ösophaguskarzinom vor, das den derzeitigen Bedarf an randomisierten Studien aufzeigt und darüber hinaus als Basis für eine Leitlinienerstellung fungieren kann.