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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Verbesserte Prognosestratifikation beim resezierten Pankreskarzinom: Etablierung eines Risikoscores an 1071 konsekutiven Patienten

Meeting Abstract

  • Werner Hartwig - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Thilo Hackert - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Ulf Hinz - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Alexander Gluth - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Frank Bergmann - Universitätsklinik Heidelberg, Pathologischen Institut, Heidelberg
  • Oliver Strobel - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Lutz Schneider - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Markus W. Büchler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Jens Werner - Chirurgische Universitätsklinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch729

DOI: 10.3205/11dgch729, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7292

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Hartwig et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die chirurgische Resektion ist der einzige potentiell kurative Therapieansatz beim Pankreaskarzinom. Ziel der Studie war die Identifizierung von Prognosefaktoren und die Etablierung eines Risikoscores bei Patienten mit reseziertem Adenokarzinom des Pankreas unter besonderer Berücksichtigung der revidierten R1-Definition.

Material und Methoden: Zwischen 10/01 und 08/09 wurden 1071 konsekutiv resezierte Patienten mit primärem Pankreasadenokarzinom in einer prospektiven Datenbank erfasst. Alle Tumoren waren entsprechend der AJCC/UICC 2010 Kriterien klassifiziert. Patienten-, Tumor- und Resektionscharakteristika wurden univariat als Prognosefaktoren evaluiert. Signifikante Parameter wurden daraufhin multivariat getestet (Cox Modell). Identifizierte Parameter mit positivem oder negativem prognostischem Effekt wurden zur Definition von Risikogruppen herangezogen. Der Einfluss auf das Patientenüberleben wurde analysiert.

Ergebnisse: In der univariaten Analyse zeigten sich Alter, ASA-Klassifikation, CEA und CA19-9 Serum Spiegel, präoperativ Insulin-pflichtiger Diabetes mellitus (IDDM), T-, N-, M-, R-, G-Tumor Klassifikation, fortgeschrittene Tumorerkrankung (definiert als T4, M1 oder R2), und das Lymphknotenratio (LNR) als signifikante Prädiktoren des Überlebens, wohingegen Geschlecht, NYHA Score, BMI, Versicherungsstatus und die chirurgische Resektionsform keinen Einfluss hatten. In der multivariaten Analyse waren Alter ≥70 Jahre, präoperativer IDDM, CA19-9 ≥400 U/ml, T4-, M1- oder G3-Status, und LNR>0.2 unabhängige negative Prognosefaktoren. Tis/T1/T2-Status, G1-Differenzierung und R0-Status (neu) waren unabhängige positive Prädiktoren. Mittels der identifizierten Parameter wurden 4 Risikogruppen gebildet mit signifikant differierenden Prognosen (P<0.0001). Das 5-Jahresüberleben variierte zwischen 0% (höchste Risikogruppe) und 54.5% (niedrigste Risikogruppe). Die Risikostratifizierung führte zu einer verbesserten Prognoseabschätzung innerhalb der dominierenden AJCC/UICC Stadien IIA und IIB.

Schlussfolgerung: Unter Berücksichtigung der revidierten R1-Definition kann ein neu definierter Risikoscore die Prognose des resezierten Pankreaskarzinoms besser diskriminieren als das AJCC/UICC System. Dies ist von besonderer Relevanz für die sehr heterogene Gruppe der Stadium IIA und IIB Tumoren, und könnte für den intraoperativen Entscheidungsprozess und die adjuvante Therapieoptimierung von Bedeutung sein.