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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die gefäßarchitektonische Bedeutung des Jugolo-Mamillen-Abstandes (JMA) für durchblutungsbedingte Komplikationen bei der superior lipo-dermal gestielten, vertikalen Mammaplastik

Meeting Abstract

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  • D. O'Dey - Universitätsklinikum Aachen, RWTH, Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Aachen
  • Peter Baltes - Universitätsklinikum Aachen, RWTH, Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Aachen
  • Ahmet Bozkurt - Universitätsklinikum Aachen, RWTH, Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Aachen
  • Norbert Pallua - Universitätsklinikum Aachen, RWTH, Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Aachen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch723

DOI: 10.3205/11dgch723, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch7230

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 O'Dey et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Durchblutungsbedingte Komplikationen des Mamillen-Areola-Komplexes (MAK) nach superior lipodermal gestielter, vertikaler Mammaplastik können die postoperative Zufriedenheit erheblich beeinträchtigen. Ein zuverlässiger und einfach zu ermittelnder, metrischer Brustparameter, der die Lappengeometrie des superioren MAK-Stiels widerspiegelt und auf immanente Durchblutungsstörungen hinweisen würde, wäre ein nützlicher Faktor zur präoperativen Entscheidungsfindung. Ziel dieser Arbeit war es zu evaluieren, ob der Jugolo-Mamillen-Abstand (JMA) einen solchen Faktor darstellen könnte und ob ein gefäßarchitektonischer Grund dafür besteht.

Material und Methoden: 104 Patientinnen die eine superior lipodermal gestielte, vertikale Mammaplastik erhielten, wurden seitengetrennt (n=208 Brüste) prospektiv auf durchblutungsbedingte Komplikationen des MAK untersucht. 48 Patientinnen (n=96 Brüste) zeigten einen JMA≤30 cm (Gruppe 1) wohingegen 56 Patientinnen (n=112 Brüste) einen JMA >30 cm aufwiesen (Gruppe 2). Postoperative Durchblutungsstörungen des MAK wurden erfasst und mit den präoperativ ermittelten JMA's verglichen. Die Datenauswertung erfolgte mittels binär logistischer Regression bei einem Signifikanzniveau von p≤0,025. Zudem wurden die gefäßarchitektonischen Besonderheiten der superioren Stieltechnik an 10 Frischleichen seitengetrennt evaluiert (n = 20 Brüste) und die zu ziehenden, präparatorischen Konsequenzen herausgestellt.

Ergebnisse: Arterielle Durchblutungsstörungen des MAK traten in Gruppe 2 häufiger auf als in Gruppe 1 (6/112 vs. 2/96; p=0,2319). Venöse Durchblutungsstörungen zeigten sich in Gruppe 2 mit 17/112 signifikant häufiger (p=0,0017) als in Gruppe 1 (2/96). Resultierende Wundheilungsstörungen des MAK waren In Gruppe 2 signifikant häufiger zu verzeichnen als in Gruppe 1 (p=0,005). Gefäßarchitektonisch weißt der superior lipo-dermal gestielte MAK längenbedingte Einschränkungen auf, um als axial gestielter Lappen in die vertikale Mammaplastik integriert zu werden. Diesen Einschränkungen kann mit Veränderungen der superioren Stielgeometrie begegnet werden.

Schlussfolgerung: Der präoperativ ermittelte JMA kann auf zu erwartende Durchblutungsstörungen des MAK nach superior lipodermal gestielter, vertikaler Mammaplastik hinweisen. Der JMA kann daher als zuverlässiger und leicht zu ermittelnder Prognosefaktor für durchblutungsbedingte Komplikationen des MAK gelten. Durchblutungsorientierte Modifikationen der mit der vertikalen Mammaplastik kombinierten, superioren Stielungsvariante, können dazu beitragen durchblutungsbedingte Komplikationen dieser nach wie vor eleganten Technik zu senken.