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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Der Zeitverlauf der Wiederherstellung der Perfusion im Hind limb-Ischämie-Modell der C57BL/6 Maus

Meeting Abstract

  • Milena Pavlova - Universitätsklinikum Dresden, Klinik für VTG-Chirurgie, UniversitätsGefäßCentrum, Dresden
  • Hendrik Bergert - Universitätsklinikum Dresden, Klinik für VTG-Chirurgie, UniversitätsGefäßCentrum, Dresden
  • Roman Rodionov - Universitätsklinikum Dresden, Bereich Angiologie, UniversitätsgefäßCentrum, Dresden
  • Silke Brilloff - Universitätsklinikum Dresden, Bereich Angiologie, UniversitätsgefäßCentrum, Dresden
  • Adrian Mahlmann - Universitätsklinikum Dresden, Bereich Angiologie, UniversitätsgefäßCentrum, Dresden
  • Norbert Weiss - Universitätsklinikum Dresden, Bereich Angiologie, UniversitätsgefäßCentrum, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch674

DOI: 10.3205/11dgch674, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6744

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Pavlova et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die therapeutischen Optionen für Patienten mit kritischer Extremitätenischämie, bei denen eine Revaskularisation nicht möglich oder nicht erfolgreich ist, sind limitiert. Regenerative Ansätze zur Förderung der Arterio- und Angiogenese könnten eine therapeutische Perspektive sein. Um in diese Prozesse gezielt eingreifen zu können und um gen- oder zelltherapeutische Strategien präklinisch testen zu können ist zunächst ein Verständnis der zeitlichen Abläufe und molekularen Mechanismen der Arterio- und Angiogenese in geeigneten Tiermodellen erforderlich. Da Mäuse des Stammes C57BL/6 eine ausgeprägte Fähigkeit zur spontanen Arterio- und Angiogenese nach Induktion einer Extremitätenischämie haben, war es Ziel dieser Untersuchung den Zeitverlauf der Wiederherstellung der Extremitätenperfusion im Hinterlaufischämiemodell der Maus und deren zugrunde liegenden molekularen und zellulären Mechanismen zu charakterisieren, um hieraus eine Sequenz möglicher therapeutischer Interventionen ableiten zu können.

Material und Methoden: In 12 Wochen alten männlichen C57BL/6 Mäusen wurde durch Ligatur und Exzision der Femoralarterie eine kritische Extremitätenischämie induziert. Durch Laser Doppler Perfusionsmessungen wurde die Wiederherstellung der Extremitätenperfusion über 14 Tage verfolgt. Zu verschiedenen Zeitpunkten nach Operation wurde Muskelatur am Ober- und Unterschenkel entnommen und die Expression proangiogenetischer Faktoren im Zeitverlauf mittels quantitativer RT-PCR untersucht.

Ergebnisse: Direkt nach der Operation und für die ersten drei postoperativen Tage war die Unterschenkel- und Fußperfusion der ligierten Extremität um 70% (p<0.001) im Vergleich zum scheinoperierten kontralateralen Seite verringert. Ab dem 7. Tag zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Durchblutung (59,1 ± 6,1% vs. kontralateral, p<0,001 vs. Tag 3), nach 14 Tagen hatte sich die Perfusion nahezu normalisiert (91,4 ± 8,2%). Die Perfusion der kontralateralen scheinoperierten Seite änderte sich im Verlauf nicht.

Schlussfolgerung: Zwischen den postoperativen Tagen 3 und 14 erfolgt die Wiederherstellung der Perfusion des ischämischen Beines. Die Sequenz der Änderung der Expression proangiogentischer Faktoren, die einer Regeneration der Perfusion vorausgehen und diese begleiten, wird derzeit weiter charakterisiert.