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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Gesundheitsbezogene Lebensqualität nach plastisch-rekonstruktiven Eingriffen in der Becken- und Anogenitalregion

Meeting Abstract

  • Alexandre Lipski - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover
  • Monika Schwarze - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rehabilitationsmedizin, Hannover
  • Christoph Gutenbrunner - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rehabilitationsmedizin, Hannover
  • Peter M. Vogt - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover
  • Andreas Jokuszies - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch653

DOI: 10.3205/11dgch653, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6530

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Lipski et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Defekte in der Becken- und Anogenitalregion sind meist Folge radikaler Tumoroperationen, traumatisch oder immobilisationsbedingt und stellen für die Patienten eine erhebliche physische und psychische Belastung. Aus diesem Grund spielen die kosmetische Wiederherstellung sowie die funktionellen Ergebnisse nach plastischen Operationen eine wichtigere Rolle für die Lebensqualität. Diese Studie stellt erstmalig die Ergebnisse der Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der o. g. Patientengruppe vor.

Material und Methoden: 24 Patienten nach plastisch-rekonstruktiven Eingriffen in der Becken- und Anogenitalregion wurden mit Hilfe des SF-36-Fragebogens zur ihrer physischen, sozialen und emotionalen Gesundheitswahrnehmung befragt. Als Kontrolle diente das ebenfalls mit Hilfe des SF-36-Fragebogens erhobene Ergebnis einer bundesweiten Normstichprobe (6.964 Probanden) im Bundes-Gesundheitssurvey 1998.

Ergebnisse: Erwartungsgemäß lagen die Werte in allen 8 Skalen unter denen der Gesamtbevölkerung. Die größten Unterschiede wurden hierbei in den körperbezogenen Skalen gemessen. Die körperliche Funktionsfähigkeit betrug für Männer der Gesamtbevölkerung 88,2% vs. Patienten (n=15) =44,3% und für Frauen der Gesamtbevölkerung 82,8% vs. Patientinnen (n=9) =32,8%. Die geringsten Unterschiede ergaben sich für die psychische Gesundheit. Diese betrug für Männer der Gesamtbevölkerung 75,2% vs. Patienten =66,4% und für Frauen der Gesamtbevölkerung 69,8% vs. Patientinnen =61,3%. Bei Tumorpatienten (n=15) lagen die ermittelten Werte für Körperfunktion (KÖFU) und Schmerz (SCHM) deutlich über denen des Patientenkollektivs (n=9) mit 36,3 vs. 46,1% (KÖFU) und 69,3% vs. 49,3% (SCHM). Im Hinblick auf die psychische Gesundheit waren die Unterschiede zwischen beiden Gruppen vernachlässigbar gering (64,5% vs. 64,4%).

Schlussfolgerung: Diese retrospektive und monozentrische Studie erhebt erstmalig die krankheitsübergreifende Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Health Related Quality of Life) bei Patienten nach plastisch-rekonstruktiven Eingriffen in der Becken- und Anogenitalregion. Die Ergebnisse zeigen insbesondere eine erhöhte Kompensationsfähigkeit im Hinblick auf die Beeinträchtigung im psychischen und sozialen Bereich. Dieses unterstreicht den Wert plastisch-rekonstruktiver Eingriffe für diese Körperregion.