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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Multi-variate Analyse prediktiver Faktoren für das Überleben nach Leberresektion beim hepatozellulären Karzinom

Meeting Abstract

  • Katrin Hoffmann - Ruprechts Karls Universität Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Clemens Franz - Ruprechts Karls Universität Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Ulf Hinz - Ruprechts Karls Universität Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Thomas Longerich - Ruprechts Karls Universität Heidelberg, Institut für Pathologie, Heidelberg
  • Markus W. Büchler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg
  • Peter Schemmer - Ruprechts Karls Universität Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch603

DOI: 10.3205/11dgch603, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch6030

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Hoffmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Entwicklung neuer technischer Methoden zur Parenchymtransektion hat in den vergangenen 10 Jahren zu einer verbesserten peri-operativen Sicherheit und verlängertem Überleben nach Leberresektion geführt. Ziel der Studie war es den Einfluss der Stapler-Leberresektion auf die onkologischen Ergebnisse beim HCC zu analysieren und potentielle prognostische Faktoren für das Langzeitüberleben zu identifizieren.

Material und Methoden: Prospektiv gesammelte Daten von 67 HCC Patienten, welche zwischen 2001 und 2008 eine Stapler-Leberresektion erhielten, wurden analysiert. Das Gesamt- sowie das rezidivfreie Überleben wurden mittels Kaplan-Meier Analyse ausgewertet. Cox-Regressions-Analyse wurde zur Identifikation klinisch-pathologischer prognostischer Faktoren verwendet.

Ergebnisse: Sechsundzwanzig Minor- (≤2 Segmente) und 41 Majorresektionen (≥3 Segmente) wurden bei 50 männlichen und 17 weiblichen Patienten (medianes Alter: 64 Jahre) mit histologisch gesichertem HCC durchgeführt. Nach einem medianen Follow-up von 32 Monaten betrug das mediane Gesamtüberleben 54 Monate. Das mediane rezidiv-freie Überleben betrug 27 Monate. Das 5-Jahres Gesamt- und rezidivfreie Überleben lag bei 45% und 25%. Der mediane Krankenhausaufenthalt betrug 11 Tage und die post-operative Morbidität lag bei 33%. In der multi-variaten Analyse wurden eine OP-Dauer von ≥ 210 min und ein Alter von ≥ 70 Jahren als unabhängige Risikofaktoren für einen erhöhten intra-operativen Blutverlust identifiziert. Intra-operativer Blutverlust von ≥1.5l sowie das Vorhandensein einer Leberzirrhose sind unabhängige prognostische Faktoren für ein reduziertes Gesamtüberleben (p=0.04 und p<0.01). UICC Stadium 3/4 und ein intra-operativer Blutverlust ≥1.5l korrelieren invers mit dem rezidiv-freien Überleben (p<0.01 und p=0.09).

Schlussfolgerung: Stapler-Leberresektion ist ein sicheres OP-Verfahren bei Patienten mit HCC. Das Vorhandensein einer Leberzirrhose und ein intra-operative Blutverlust ≥1.5l sind unabhängige prognostische Faktoren für das Langzeitüberleben, welche eine sorgfältige Patientenselektion zur Resektion beim HCC unabdingbar machen. Da der intra-opertave Blutverlust zudem direkten Einfluss auf das rezidiv-freie Überleben hat sollten bereits bei der OP-Planung Strategien zur Reduktion des intra-operativen Blutungsrisikos evaluiert werden.