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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Konventionelle rt-PA Fibrinolyse akuter und subakuter arterieller Obliterationen der unteren Extremität: Ergebnisse, Qualitätssicherung, Komplikationsmanagement und Reinterventionen im Verlauf

Meeting Abstract

  • Tobias Traeger - Universitätsklinikum Greifswald, Klinik für Chirurgie, Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Greifswald
  • Andreas Hoene - Universitätsklinikum Greifswald, Klinik für Chirurgie, Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Greifswald
  • Martin Miertsch - Universitätsklinikum Greifswald, Institut für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie, Greifswald
  • Ralf Puls - Universitätsklinikum Greifswald, Institut für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie, Greifswald
  • Norbert Hosten - Universitätsklinikum Greifswald, Institut für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie, Greifswald
  • Claus Dieter Heidecke - Universitätsklinikum Greifswald, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Greifswald
  • Jens Peter Kühn - Universitätsklinikum Greifswald, Institut für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie, Greifswald

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch577

DOI: 10.3205/11dgch577, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5775

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Traeger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der akute bzw. subakute Verschluss arterieller Gefäße bzw. peripherer Bypässe der unteren Extremität ist ein gängiges Phänomen in gefäßchirurgischen Kliniken. Neben der operativen Therapie hat hierbei die Lysetherapie einen festen Platz bei den möglichen Behandlungen. Die Arbeit evaluiert in einer internen Aufarbeitung eines Universitätsklinikums die Effizienz der rt-PA-Fibrinolyse für akute und subakute arterielle Obliterationen der unteren Extremität.

Material und Methoden: 129 Patienten (77 native Arterien; 52 Bypässe; 64,6±11,1 Jahre) mit akuten und subakuten Obliterationen an der unteren Extremität wurden prospektiv einer rt-PA-Fibrinolyse zugeführt. Der postinterventionelle Therapieerfolg wurde in Abhängigkeit der Gefäßart, der Verschlussdauer und der pAVK-Risikofaktoren prospektiv evaluiert. Die Morbiditäts- und Mortalitätsrate wurde errechnet. Ein 12-Monats-Follow-Up mit Erfassung der Reinterventions- und Beinerhaltungsrate ergänzt die Ergebnisse.

Ergebnisse: Der Therapieerfolg nach Fibrinolyse betrug 73,6% und zeigte keinen Einfluss auf die Gefäßart (Bypass/Nativgefäß p=0,601). Akute Obliterationen (<14d) wiesen ein besseres Interventionsergebnis und eine kürzere Hospitalisierung auf als subakute Obliterationen (>14d) (p=0,001/0,013). Die Morbiditätsrate betrug 31,0% (major Komplikationen: 10,9%, minor Komplikationen: 89,1%) und die Mortalitätsrate 2,3%. Nach 12 Monaten waren insgesamt 27 radiologische und chirurgische Reinterventionen bei den erfolgreich therapierten Patienten erforderlich. Die Beinerhaltungsrate betrug 89,8%.

Schlussfolgerung: Die rt-PA-Fibrinolyse ist ein suffizientes Verfahren zur Behandlung akuter arterieller Obliterationen. Subakute Obliterationen zeigen Einschränkungen im Therapieerfolg und führen zu einer Verlängerung der Hospitalisierung. Im Falle eines moderaten Therapieerfolgs unmittelbar nach Fibrinolyse sind in über einem Viertel der Fälle Reinterventionen und in einem Zehntel der Fälle Amputationen innerhalb eines Jahres notwendig.