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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Ist der transvaginale Zugang für NOTES Prozeduren geeignet? Erfahrungen und Nachuntersuchungen bei 150 Patientinnen

Meeting Abstract

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  • Hamid Mofid - Israelitisches Krankenhaus, Chirurgische Klinik, Hamburg
  • Linn Siemssen - Israelitisches Krankenhaus, Chirurgische Klinik, Hamburg
  • Carsten Zornig - Israelitisches Krankenhaus, Chirurgische Klinik, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch542

DOI: 10.3205/11dgch542, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch5427

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Mofid et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit 2004 ist NOTES in der chirurgischen Szene präsent. Die ersten publizierten Eingriffe am Menschen sind im Jahre 2007 durchgeführt worden. Seit dem reißen die Diskussionen um die Sicherheit dieser Eingriffe nicht ab. Insbesondere im Fokus des Interesses steht der geeignete Zugang. Bis auf den transvaginalen Zugang haben sich die anderen Wege (transgastrisch, transcolonisch und transzystisch) kaum aus dem tierexperimentellen Bereich heraus entwickelt können. Doch wie sicher ist der transvaginale Zugang für NOTES Prozeduren und wie berechtigt sind die Einwände der Kritiker bezüglich Folgeschäden, erhöhter Rate an Infektionen und Dyspareunie? Wir beantworten diese Fragen anhand einer Serie von 150 Patientinnen nach transvaginaler Cholezystektomie mit anschließender gynäkologischen Untersuchung und telefonischer Befragung mindestens 3 Monate postoperativ.

Material und Methoden: Zwischen 6/2007 und 6/2010 haben wir mit unserer transvaginalen Technik (Endoscopy 10.2007) 150 Patientinnen operiert. 138 Patientinnen waren wie empfohlen nach 1 Woche bei unseren kooperierenden Gynäkologen vorstellig geworden. Nach mindestens 3 Monaten (durchschnittlich 5 Monaten) sprachen wir telefonisch mit 143 Patientinnen und konnten diese anhand eines standardisierten Fragebogens zu ihrem Beschwerden insbesondere im Hinblick auf den Zugang befragen.

Ergebnisse: Als einzige intraoperative Komplikation ist die Punktion der Blase bei Z.n. Hystektomie zu nennen. Die Läsion heilte nach Einlage eines Blasenkatheters für 3 Tage problemlos aus. Als weitere zugangsspezifische Komplikation muss ein Fall von einem Douglasabszess 3 Wochen postoperativ genannt werden, welcher laparoskopisch drainiert wurde.

In der gynäkologischen Untersuchung 1 Woche postoperativ war kein Fall auffällig. Bei der telefonischen Befragung hat niemand Beschwerden im Unterleib angegeben. 108 befragte Patientinnen (die Patientin mit dem Douglasabszess ebenfalls) hatten seit dem Eingriff Geschlechtsverkehr. Niemand aus dieser Gruppe hatte über Dyspareunie oder Veränderungen beim Geschlechtsakt zu berichten.

Schlussfolgerung: Der transvaginale Zugang ist für intraabdominelle Eingriffe im Sinne von NOTES geeignet und beinhaltet sowohl intra- als auch postoperativ überschaubare Risiken. In unserem Krankengut traten langfristig keine Dyspareunie oder andere funktionelle Beschwerden auf.