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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Pilotstudie zur Radiofrequenz-assistierten partiellen Splenektomie mittels Habib-Nadel

Meeting Abstract

  • Sven Kohler - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Frankfurt
  • Christian Mönch - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt
  • Juliane Liese - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt
  • Markus Haubner - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt
  • Matthias Knaak - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt
  • Christoph Strey - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt
  • Wolf-Otto Bechstein - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt
  • Frank Ulrich - Klinikum Johann-Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch483

DOI: 10.3205/11dgch483, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4830

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Kohler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Aufgrund einer kompromittierten immunologischen Funktion nach totaler Splenektomie besteht ein gesteigertes Interesse an der Durchführung einer partiellen Resektion. Bedenken bezüglich einer adäquaten Hämostase haben bisher eine breite Anwendung derartiger Verfahren verhindert. Nach positiven Erfahrungen mit der Radiofrequenz-assistierten atypischen Leberteilresektion in Zirrhose entschlossen wir uns zur Durchführung einer Pilotstudie zur partiellen Splenektomie mittels Habib-Nadel, um deren Eignung bezüglich Hämostase und Blutverlust zu verifizieren.

Material und Methoden: Im Zeitraum von November 2009 bis Februar 2010 führten wir bei insgesamt 4 männlichen Patienten im Alter von 25 bis 65 Jahren eine Milzteilresektion mittels Habib-Nadel durch. Die Indikation wurde aufgrund von Milztumoren unklarer Dignität bei resektablen Karzinomen des Colon ascendens bzw. des Sigmas, in einem anderen Fall bei Z.n. Analkarzinom sowie bei einer isolierten Raumforderung der Milz gestellt.

Ergebnisse: Bei allen 4 Patienten war die partielle Splenektomie problemlos möglich, in 3 Fällen wurde ein Kombinationseingriff mit der Sanierung des Primärtumors durchgeführt. Dabei wurde bei 3 Patienten der obere Pol und bei einem weiteren Patienten der untere Pol reseziert. Nach gewohnter Exposition der Milz wurden dabei die entsprechenden Polgefäße durchtrennt und mittels Habib-Nadel eine ca. 1 cm breite Koagulationsebene mit entsprechendem Sicherheitsabstand zum Tumor generiert, die ein scharfes Abtrennen des Milzteilresektates erlaubte. In allen Fällen lag der Blutverlust der Milzresektion unter 50 ml und es konnte jeweils eine exzellente primäre Hämostase erzielt werden. Der verbleibende Milzanteil war in allen Fällen gut durchblutet. Bei keinem der mit dieser Methode resezierten Patienten kam es zu relevanten Komplikationen. Der Klinikaufenthalt lag zwischen 6 und 11 Tagen.

Schlussfolgerung: Die Radiofrequenz-assistierte partielle Splenektomie mittels Habib-Nadel erwies sich in dieser Pilotstudie als sicheres und leicht anzuwendendes Verfahren, das einen minimalen Blutverlust mit sofortiger und exzellenter Hämostase kombiniert.