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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Lebertransplantation bei hepatozellulärem Karzinom unter Verwendung von Spenderorganen mit erweiterten Allokationskriterien

Meeting Abstract

  • Georgios Sotiropoulos - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen
  • Evangelos Tagkalos - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen
  • Jürgen W. Treckmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen
  • Zoltan Mathe - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen
  • Andreas Paul - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch455

DOI: 10.3205/11dgch455, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4554

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Sotiropoulos et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Lebertransplantation (LT) stellt beim hepatozellulären Karzinom (HCC) auf dem Boden einer Leberzirrhose die einzige kurative Therapieoption dar. Bei der bekannten Organknappheit und der zunehmenden Inzidenz des HCCs in Zirrhose gilt es die Diskrepanz zwischen Organbedarf und -angebot zu überbrücken, z.B. durch Verwendung von Organen mit erweiterten Allokationskriterien. Ziel der vorhandenen Arbeit war die Auswertung der Ergebnisse nach Transplantation von Spendelebern mit erweiterten Allokationskriterien bei Patienten mit HCC in Zirrhose an der Universitätsklinik Essen.

Material und Methoden: Unsere Patientenkollektiv umfasste n=53 lebertransplantierte Patienten, deren Daten in dem Zeitraum von 01/2004 bis 12/2009 erfasst und anschließend retrospektiv analysiert wurden. Das Überleben wurde mittels Kaplan-Meier Kurve dargestellt und mittels log-rank Test ausgewertet. Die uni- und multivariate Analyse der prognostischen Faktoren erfolgte per Cox- Regressionsanalyse.

Ergebnisse: 38 Männer und 15 Frauen in einem mittleren Alter von 56,3±8,26 Jahren wurden untersucht. Die mediane Beobachtungszeit betrug 23 Monate (Spanne: 9–75 Monate). In 38 Fällen (72%) handelte es sich um HCCs außerhalb der Mailandkriterien. Der mediane AFP-Blutspiegel vor LT betrug 30,7 ng/ml. 34 Patienten erhielten vor LT eine „Bridging“-Behandlung. Die pathologische Auswertung des Malignitätsgrades zeigte folgende Verteilung: G1 (n=4), G2 (n=32), G3 (n=6) und Gx (n=11). Die Überlebensanalyse aller Patienten zeigte ein 3- und 5-Jahresüberleben von 79% bzw. 74%. Patienten innerhalb der Mailandkriterien hatten ein 5-Jahresüberleben von 87% gegenüber 69% für Patienten außerhalb der Mailandkriterien (p=0,3728). Spendertransaminasen und Dialysepflichtigkeit post-LT waren prognostische Faktoren hinsichtlich Mortalität in der multivariaten Analyse (p=0,0043 bzw. p=0,0003).

Schlussfolgerung: Die Verwendung von Spenderorganen mit erweiterten Allokationskriterien bei Patienten mit HCC in Zirrhose stellt eine sinnvolle Möglichkeit zur Erweiterung des Spendepools dar, insbesondere auch bei Patienten mit HCC außerhalb der Mailandkriterien.