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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Dexamethason behandelte Mesenchymale Stammzellen verlängern das Überleben von Hauttransplantaten in einem Mausmodell

Meeting Abstract

  • Felix Popp - Universitätsklinikum Regensburg, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Regensburg
  • Elke Eggenhofer - Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
  • Philipp Renner - Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
  • Pompiliu Piso - Krankenhaus Barmherzige Brüder, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Regensburg
  • Edward K. Geissler - Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
  • Hans Jürgen Schlitt - Universitätsklinikum Regensburg, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Regensburg
  • Marc H. Dahlke - Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch423

DOI: 10.3205/11dgch423, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch4230

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Popp et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Mesenchymale Stammzellen (MSC) inhibieren die Immunantwort in vitro und in vivo. Sie wurden bereits erfolgreich zur Behandlung der Graft versus Host Disease (GvHD) in einer Phase II Studie eingesetzt. Im Gegensatz zur steroidresistenten GvHD können Abstoßungsreaktionen in der Organtransplantation fast immer mit wirkungsvollen Immunsuppressiva beherrscht werden. MSC können daher im Patienten nur dann eingesetzt werden, wenn sie einen zusätzlichen Nutzen bringen und nebenwirkungsarm appliziert werden können. Zwar ist bereits gezeigt worden, dass MSC das Transplantatüberleben im Tiermodell verlängern, sie bleiben allerdings in manchen Fällen wirkungslos. Um die Effizienz von MSC im Tiermodell zu verbessern wurden sie, analog zur Induktion von tolereogenen dendritischen Zellen, mit Dexamethason vorbehandelt.

Material und Methoden: 1x106 BALB/c MSC wurden Rag2 knockout Mäusen kurz vor der Transplantation von BALB/c Haut intravenös appliziert. Zur Rekonstitution der Effektorzellen erhielten die Versuchstiere 2,5x106 C57BL/6 T-Zellen. Postoperativ wurde 80 mg/kg KG Mycophenolat-Mofetil (MMF) über 8 Tage als immunsuppressive Therapie intraperitoneal verabreicht. Mit Dexamethason vorbehandelte MSC (dexMSC) wurden in diesem Tiermodell mit naiven MSC verglichen. Das Transplantatüberleben wurde gemessen und dokumentiert.

Ergebnisse: Durch Injektion von dexMSC konnte teilweise ein Langzeittransplantatüberleben bis zum Ende des Beobachtungszeitraums von 100 Tagen erreicht werden. Tiere, die naive MSC erhielten, zeigten zwar ein verlängertes Transplantatüberleben, stießen die Hauttransplantate jedoch im Verlauf ab. In beiden Versuchsgruppen gab es Tiere, bei denen die MSC-Injektion wirkungslos blieb.

Schlussfolgerung: Verglichen mit naiven MSC induzieren dexMSC ein deutlich verlängertes Transplantatüberleben. Allerdings stießen auch bei Injektion von dexMSC einige Tiere das Transplantat frühzeitig ab. Offensichtlich folgen die MSC-Injektionen dem Alles-oder-Nichts-Gesetz und es bleibt unklar unter welchen Umständen MSC transplantatverlängernd wirken. Mit Dexamethason behandelte MSC sind vielversprechend zur Induktion von Langzeitakzeptanz im Mausmodell, es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um prospektiv die Wirksamkeit einer MSC-Injektion in der Organtransplantation vorhersagen zu können.