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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Defektdeckung von plantaren Fersendefekten mittels medialem neurovaskulären Plantaris Insellappen

Meeting Abstract

  • Sammy Al-Benna - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Nick Spindler - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Benedikt Merwart - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Andrej Ring - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Ole Goertz - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Jörg Hauser - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Stefan Langer - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Hans-Ulrich Steinau - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum
  • Lars Steinstraesser - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch394

doi: 10.3205/11dgch394, urn:nbn:de:0183-11dgch3948

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Al-Benna et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Weichgewebsdefekte der Ferse sind schwierig zu behandeln und enden auf Grund der komplexen Anatomie sowie der exponierten Funktion des Fußes, das gesamte Körpergewicht zu tragen, häufig in Wundheilungsstörungen. Lappen von den nicht tragenden Anteilen der Sohle bestehen aus normaler Haut ohne die in den tragenden Abschnitten vorhandenen fibrösen Septen. Die plantare Haut der medialen Plantaris medialis Lappenplastik eignet sich aufgrund der belastbaren Sohlenhaut und guter Innervation gut zur Defektdeckung kleinerer und mittelgroßer Wunden im Fersenbereich. Ziel dieser Studie war die Beurteilung von Indikation und Outcome bei Rekonstruktionen plantarer Fersenwunden mittels medialem neurovaskulären plantaren Insellappen.

Material und Methoden: Retrospektiv wurden 15 Patienten mit plantaren Fersendefekten, die zwischen 2002 und 2009 in unserer Klinik behandelt in diese Studie eingeschlossen. Die erhobenen Daten beinhalteten epidemiologische Faktoren, klinisches Management sowie die Rezidivrate von Haut-Weichteildefekten im Fersenbereich.

Ergebnisse: Das mittlere Patientenalter betrug 42,3±12,3 Jahre. 69% der Patienten waren männlich 31% weiblich. 33% der plantare Fersendefekte traten posttraumatisch auf, in 27% auf Grund von Drucknekrosen, 20% tumorbedingt sowie in 20% Osteomyelitis bedingt. Die untersuchten Patienten hatten einen mittleren Risikofaktor von 0,8 (z.B. BMI>30, Raucher, Diabetes mellitus). Bei 12/15 Patienten war das Lappenüberleben 100%, partiell bei 3 Patienten, kein Lappenverlust. In 13,3% der Fälle erfolgte eine sekundäre Spalthauttransplantation sowie in 6,7% der Fälle eine Hämatomausräumung. Der Follow-up nach 59±29,4 Monaten zeigte eine vollbelastbare Sohlenhaut mit guter Innervation und rezidivierender Wundheilungsstörungen in diesem Bereich.

Schlussfolgerung: Der mediale neurovascular gestielte Plantaris Insellappen sollte in das Repertoire der Plastische-Rekonstruktionen Chirurgie im Bereich plantaren Ferse aufgenommen werden. Er bietet bei kleineren und mittelgroßen Defekten eine langlebige Verschlussmöglichkeit. Diese Lappen sind allerdings bezüglich der Lappengröße limitiert und eignen sich nicht zur Behandlung größerer Defekte.