gms | German Medical Science

128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Nebennierenmetastasen kolorektaler Karzinome

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • J. Christian Pitt - Knappschaftskrankenhaus Bottrop, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bottrop
  • Klaus Peitgen - Knappschaftskrankenhaus Bottrop, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bottrop

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch324

DOI: 10.3205/11dgch324, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch3241

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Pitt et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Fernmetastasen kolorektaler Karzinome treten bevorzugt in der Leber und weniger häufig in der Lunge auf. Seltener sind Metastasen in den Nebennieren, insbesondere als einzige Absiedlung. Eine Therapieempfehlung wird in der S3-Leitlinie nicht ausgesprochen.

Material und Methoden: Die Akten der in unserem Krankenhaus wegen kolorektaler Karzinome ab Januar 2006 behandelten Patienten wurden retrospektiv aufgearbeitet.

Ergebnisse: Wir fanden Nebennierenmetastasen bei vier Patienten, alle mit Primärtumor im Rektum: Ein Patient mit vorbestehender pulmonaler Metastasierung entwickelte mit 67 Jahren eine Nebennierenmetastase, vier Monate später eine disseminierte Metastasierung. Hier erfolgte keine Operation. Ein 59-jähriger Patient präsentierte sich mit einem Rektumkarzinom und synchronem 5 cm durchmessendem Nebennierentumor ohne weitere Metastasen. Nach konventioneller Adrenalektomie bestätigte sich das Vorliegen einer Rektumkarzinommetastase. Drei Monate nach der nachfolgenden Rektumresektion trat eine hepatische, später auch peritoneale und retroperitoneale Tumoraussaat ein. Drei Jahre später war der Patient lebendig mit Tumormanifestation. Bei einer Patientin trat im Alter von 76 Jahren 5 Monate nach Rektumexstirpation eine isolierte Nebennierenmetastase von 2 cm Durchmesser auf. Die Patientin ist 4 Monate nach retroperitoneoskopischer Adrenalektomie tumorfrei. Der vierte Patient wurde im Alter von 60 Jahren vorstellig mit einer isolierten 4 cm durchmessenden Nebennierenmetastase nach Rektumresektion vor sieben, Leberresektionen vor sieben und vor fünf sowie Lungenresektion vor zwei Jahren. Es erfolgte eine Radiofrequenzablation und nach 6 Monaten bei Größenwachstum die konventionelle Adrenalektomie. Vier Jahre später ist der Patient lebendig mit hepatischer Tumormanifestation.

Der spärlichen Literatur zufolge ist bei Nebennierenmetastasen colorektaler Karzinome der Primärtumor fast immer im Rektum gelegen, es besteht ein hohes Risiko weiterer metachroner Filiae. Beides deckt sich mit unseren Beobachtungen. Insbesondere die Möglichkeit eines minimal invasiven Eingriffes mit geringer Morbidität rechtfertigt dennoch eine lokal sanierende und möglicherweise insgesamt kurative operative Therapie.

Schlussfolgerung: Isolierte Nebennierenmetastasen kolorektaler Karzinome kommen vor, so dass in der Schnittbildgebung entsprechende Aufmerksamkeit hierauf zu richten ist. Sie sollten operativ behandelt werden mit dem Ziel der R0-Resektion.