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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

4D-MRT-Flussanalyse thorakaler Stentgrafts nach traumatischer Aortenruptur

Meeting Abstract

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  • Alexander Oberhuber - Uniklinik Ulm, Thorax- und Gefäßchirurgie, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch275

DOI: 10.3205/11dgch275, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2754

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Oberhuber.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die akute traumatische thorakale Aortenruptur ist immer noch mit einer hohen Mortaliät verbunden. Durch die endovaskuläre Behandlung konnte die perioperative Morbidität deutliche gesenkt werden. Unklar bleibt aber immer noch ob es sich um eine definitive Therapie oder eine Bridging Verfahren handelt. Durch die 4D-MRT-Flussanalyse wollten wir Veränderungen des Stentgrafts und des Blutflusses an dieser heiklen Stelle der Aorta untersuchen.

Material und Methoden: 22 von 49 therapierten Patienten stimmten neben der Routine CT einer zusätzlichen MRT zu. Das Protokoll umfasste: volumetrische Erfassung des Aortenbogens, vierdimensionale quantitative Flussmessungen über 25 Herzzyklen, sowie dynamische Untersuchung des Stentgrafts drei verschiedenen Stellen des Stents (distal, Mitte, proximal). 22 Patienten (7 Frauen, 15 Männer) mit einem Durchschnittsalter von 28,4 Jahren (13-76) und einer medianen Nachuntersuchungszeit von 33,9 Monaten (3,5–103,9) konnten in die Studie eingeschlossen werden. Diese teilen sich in 9 Medtronic Valiant® (Medtronic World Medical, Sunrise, FL, USA) und 15 Gore TAG® (W. L. Gore & Associates, Flagstaff, Ariz, USA) Stentgrafts auf.

Ergebnisse: Bei der planimetrischen Auswertung zeigte sich eine signifikante Korrelation der MRT und CT Durchmesser. Bei steilem Aortenbogen und „schlecht“ liegendem Stentgraft zeigte sich eine deutlich erhöhte Flussgeschwindigkeit. Die Spitzenwerte am proximalen Stentende. Diese Flussbeschleunigung bessert sich nach Implantation und bleibt über die Jahre relativ stabil. Bei weitem Aortenbogen und „gut“ liegendem Stentgraft ist die Flussbeschleunigung moderater und distaler zu finden. Zwischen den verschiedenen Stentgrafttypen konnte kein Unterschied gefunden werden, weder unmittelbar nach Implantation noch in den Langzeituntersuchungen.

Trotz der Überdimensionierung des Stentgrafts und damit theoretisch möglicher Fähigkeit der Wiedergabe der Pulsatilität des Herzschlages, bleibt der Durchmesser im Bereich des Stentgrafts relativ stabil. Zwischen den Stentgraftypen zeigten sich keine relevanten Unterschiede.

Schlussfolgerung: Die MRT ist nicht nur zur routinemäßigen Nachuntersuchung als strahlungsarme Methode geeignet, sie gibt mit entsprechendem Protokoll auch weiter Aufschluss über Flusseigenschaften und Lagequalität des implantierten Stentgrafts.