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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Endovaskuläre Ausschaltung eines symptomatischen Aneurysma der rechten A. subclavia in „Reversed-Trombone“-Technik

Meeting Abstract

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  • Wilko Staiger - Klinikum Ludwigsburg, Klinik für Gefäßchirurgie, vaskuläre & endovaskuläre Chirurgie, Ludwigsburg
  • Pirkko Hettrich - Klinikum Ludwigsburg, Klinik für Gefäßchirurgie, vaskuläre & endovaskuläre Chirurgie, Ludwigsburg
  • Johannes Gahlen - Klinikum Ludwigsburg, Klinik für Gefäßchirurgie, vaskuläre & endovaskuläre Chirurgie, Ludwigsburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch241

DOI: 10.3205/11dgch241, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2411

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Staiger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Aneurysmen der A. subclavia (SAA) sind sehr selten und entstehen meist aufgrund von Arteriosklerose oder Thoracic-Outlet-Syndrom. Auch iatrogene Verletzungen z.B. nach Anlage zentraler Venenkatheter können zu Aneurysmen führen. Aufgrund des Ruptur-, Apoplex-, und Embolierisiko besteht der Konsens, dass eine Ausschaltung erfolgen sollte. Die konventionelle Operation macht hierfür eine Sternotomie und/oder Thorakotomie notwendig, so dass dies bei Patienten mit Komorbiditäten oftmals kontraindiziert ist. In den letzten Jahren wurden einzelne Berichte über eine endovaskuläre Versorgung publiziert, aber die Erfahrungen sind limitiert. Wir berichten über die endovaskuläre Exklusion eines symptomatischen SAA.

Material und Methoden: Ein 82 Jahre alter Patient wurde mit rechtsseitigen Thoraxschmerzen notfallmäßig in unserer Klinik vorstellig. In der Anamnese wurde eine progredienten pulmonale Metastase chemotherapeutisch behandelt. Die Angio-CT zeigte aber ein 5.7 cm messendes und gedeckt-rupturiertes SAA. Aufgrund der Aetas des Patienten war eine konventionelle Operation nicht möglich, so die Ausschaltung mittels Stent geplant wurde.

Ergebnisse: Der Abstand Aneurysmahals/Carotisabgang betrug 26 mm, zur A. vertebralis waren 19 mm. Aufgrund der getaperten Landungszone mit proximal 10 mm und distal zur A. axilaris 8 mm wurde erst eine 10 mm x 5 cm nach distal und anschließend eine 11 mm x 5 cm GORE VIABAHN® nach proximal über transbrachialen Zugang platziert.

Schlussfolgerung: Endovaskuläre Verfahren zur Exklusion eines SAA sind wenig invasiv und können in lokaler Anästhesie durchgeführt werden. Erste Berichte hierzu finden sich 1996. Heute stehen verschiedene Stents zur Verfügung, im Bereich der A. subclavia und A. axillaris sind aber aufgrund der gewundenen Arterienverhältnisse im Bewegungssegment schlanke und flexible Eigenschaften eines Graft Grundvoraussetzung. Aus unserer Sicht erfüllt dies am ehesten eine VIABAHN® aus ePTFE und dem flexiblen externen Nitinolgerüst. Eine getaperte Konfiguration liegt nicht vor, so dass hier eine überlappende Implantation in „Reversed-Trombone“-Technik erforderlich ist. Der Fall zeigt die technische Durchführbarkeit des Verfahrens mit exzellentem postoperativem Ergebnis, allerdings sind die Erfahrungen im Langzeitverlauf eingeschränkt.