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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Einfluss der pulmonalen Metastasenresektion auf das Überleben von Patienten mit Keimzelltumoren

Meeting Abstract

  • Hauke Winter - Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universitüt München, Groühadern, München
  • Anja Schiffelholz - Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universitüt München, Groühadern, München
  • Alexander Crispin - Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Klinikum der Universitüt München, Groühadern, München
  • Rolf Weidenhagen - Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universitüt München, Groühadern, München
  • Karl-Walter Jauch - Universitätsklinikum der LMU München-Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Rudolph Hatz - Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universitüt München, Groühadern, München
  • Georgios Meimarakis - Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universitüt München, Groühadern, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch215

DOI: 10.3205/11dgch215, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2154

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Winter et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In Deutschland erkranken jährlich ca. 4.000 männliche Patienten an einem Keimzelltumor. Bei Diagnosestellung liegen bei 30% der Patienten bereits pulmonale Metastasen vor. Auch nach Behandlung mit cisplatinhaltigen Chemotherapieregimes entwickeln ca. 10 % der Patienten Metastasen, die mit einer schlechten Prognose vergesellschaftet sind.

Ziel dieser Studie war es, das Überleben nach Resektion pulmonaler Metastasen zu untersuchen sowie Prognosefaktoren für das Überleben zu definieren.

Material und Methoden: Zwischen 1979 und 2006 wurden 81 Patienten mit Lungenmetastasen eines Keimzelltumors operiert, bei denen insgesamt 102 Eingriffe durchgeführt wurden. Das Überleben wurde mittels einer Kaplan-Meier Analyse bestimmt (Log-Rank-Test). Die multivariate Analyse erfolgte durch eine Cox-Regressionsanalyse.

Ergebnisse: Das mediane Überleben der Patienten betrug 253 Monaten (5-Jahresüberlebensrate [5-JÜR] 73 %). Eine kurative Resektion (R0) konnte bei 62 Patienten (77 %) erreicht werden. Diese Patienten hatten ein längeres medianes Überleben gegenüber Patienten nach inkompletter (R1/R2) Resektion (278 vs. 129 Monaten, 5-JÜR 81 vs. 46 %, p<0,001). In der univariaten Analyse fanden sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Überlebenszeit in Abhängigkeit vom Alter, der Metastasenzahl, dem Tumordurchmesser, dem TNM/UICC-Stadium oder der pleuralen Tumorinfiltration.

In der uni- und multivariaten Analyse resultierte neben der Radikalität der Metastasenresektion das tumorfreie Intervall > 1 Jahr und der negative Tumormarker ß-HCG als unabhängige, das Überleben begünstigende Prognosefaktoren.

Schlussfolgerung: Eine Resektion von pulmonalen Metastasen bei Patienten mit Keimzelltumoren sollte angestrebt werden, wenn eine radikale Resektion technisch und funktionell möglich ist. Auch das wiederholte Auftreten von pulmonalen Metastasen sollte kein Ausschlusskriterium für eine chirurgische Therapie sein.