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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Anastomosenstenose nach Lungentransplantation: Vergleich der interventionellen Lasertherapie mit der Implantation selbst expandierender Nitinolstents

Meeting Abstract

  • Jan Fertmann - Klinikum der LMU, Campus Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Hauke Winter - Klinikum der LMU, Campus Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Christian Schneider - Klinikum der LMU, Campus Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Gerhard Preissler - Klinikum der LMU, Campus Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Martin Eichhorn - Klinikum der LMU, Campus Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Christina Gschwendner - Klinikum der LMU, Campus Großhadern, München
  • Rudolf Hatz - Asklepios Fachkliniken Gauting, Gauting
  • Fritz Spelsberg - Klinikum der LMU, Campus Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch212

DOI: 10.3205/11dgch212, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch2128

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Fertmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Trotz verbesserter chirurgischer Techniken und neuer Immunsuppressiva stellt die Anastomosenstenose nach Einzel- und Doppellungentransplantation weiterhin eine der häufigsten Komplikation mit hoher Morbidität dar. Ziel der unizentrischen, retrospektiven Studie war es, das Kurz- und Langzeitergebnis nach interventioneller Lasertherapie, ggf. in Kombination mit der Implantation selbstexpandierender Nitinolstents zu untersuchen.

Material und Methoden: Zwischen 01.01.2005 und 01.06.2010 wurden 57 Einzel- (mittleres Patientenalter 55.4 Jahre) und 115 Doppellungentransplantationen (mittleres Patientenalter 42.6 Jahre) in unserem Zentrum durchgeführt. Insgesamt traten bei 1.8 % der Patienten nach Single und 10.4 % der Patienten nach Doppellungentransplantation hochgradige, interventionsbedürftige Anastomosenstenosen auf. Bei 5 Patienten wurde ausschließlich eine Nd-YAG Lasertherapie durchgeführt. Bei 4 Patienten erfolgte vor Stentimplantation eine Lasertherapie zur Rekanalisierung der Stenose. Bei 6 Patienten konnte primär ein selbstexpandierender Nitinolstent implantiert werden. Eine wiederholte Stentimplantation erfolgte bei 4 Patienten.

Ergebnisse: Das klinische Follow-up lag zwichen 1.2 Monaten und 65 Monaten. Im Mittel wurden 2.0 Reinterventionen/Patient nach Single-Lungentransplantation und 9.6 Reinterventionen/Patient nach Doppellungentransplantation durchgeführt.

Die technische Durchführbarkeit lag bei 95 %. Bei 2 Patienten trat postinterventionel eine therapiebedürftige Pneumonie, bei einem Patienten eine schleimbedingte In-Stentstenose, bei einem Patienten ein Stentbruch auf). Bei 98% der Patienten konnte unmittelbar nach bronchoskopischer Intervention eine Verbesserung der Dyspnoe erreicht werden. Patienten, welche ausschließlich mit einem Nitinolstent oder, nach Lasertherapie mit einem Stent behandelt wurden, hatten ein deutlich längeres reinterventionsfreies Intervall (39.3 Tage vs. 34.3 Tage) als Patienten, die ausschließlich eine Lasertherpie erhielten (17.6 Tage).

Schlussfolgerung: Die flexible interventionelle bronchoskopische Implantation selbstexpandierender Nitinolstents ggf. in Kombination mit Nd-YAG Laser Rekanalisation einer Bronchusstenose ermöglicht eine effektive und komplikationsarme Behandlungsoption für Patienten nach Lungentransplantation mit gutem Kurz-und Langzeitergebnis.