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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die Stentgraftinfektion, eine lebensbedrohliche Komplikation

Meeting Abstract

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  • Stephan Herwig Koter - LKH Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Abteilung für Gefäßchirurgie, Graz
  • S. Schweiger - LKH Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Abteilung für Gefäßchirurgie, Graz
  • K. Tiesenhausen - LKH Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Abteilung für Gefäßchirurgie, Graz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch152

DOI: 10.3205/11dgch152, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1528

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Koter et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In den letzten Jahren haben sich interventionelle Methoden in der Behandlung von Bauchaortenaneurysmen durch die damit verbundene geringe Morbidität und Mortalität etabliert. Eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation ist die Stentgraftinfektion.

Material und Methoden: Bei einem 69-jährigen Patienten wurde im Laufe einer Kontrolluntersuchung, bei Zustand nach Rektumamputation, ein infrarenales Aortenaneurysma (Typ B) mit einem maximalen transversalen Durchmesser von über 5 cm diagnostiziert. Im Oktober 2008 wurde das Aneurysma mittels Stentgraft-Implanatation exkludiert. Die folgenden CT-Angiographiekontrollen zeigten eine Größenregredienz des Aneurysmasackes sowie keinen Hinweis auf ein Endoleak. Im August 2010 wurde der Patient wegen zunehmender LWS-Beschwerden, Verschlechterung des Allgemeinzustandes und Status febrilis über die Notaufnahme stationär aufgenommen. Die weiterführenden Untersuchungen ergaben in der Blutkultur eine Staphylococcus aureus Sepsis, worauf eine systemische Antibiose eingeleitet wurde. Die aktuelle CT-Untersuchung zeigte nunmehr eine Größenzunahme des thrombosierten Aneurysmasackes, jedoch ohne Anhalt für ein Endoleak. Neu aufgetreten war ein diskreter entzündlicher Randsaum periaortal. Zur Erhärtung der Verdachtsdiagnose erfolgte eine Leukozytenszintigraphie, welche einen Tracer Anstieg um den liegenden Stentgraft zeigte. Da der Patient trotz eingeleiteter Antibiotikatherapie weiterhin ein septisches Zustandsbild zeigte, erfolgte die dringliche operative Sanierung mit Explantation des infizierten Stentgrafts sowie einer In-situ Rekonstruktion der Aorta.

Ergebnisse: Nach primär intensivmedizinischer Behandlung war der postoperative Verlauf komplikationslos. Der Patient konnte in der weiteren Folge unter laufender antibiotischer Therapie mit normalisierten Entzündungsparametern entlassen werden.

Schlussfolgerung: Stentgraftinfektionen sind selten, stellen jedoch eine lebensbedrohliche Komplikation dar. Während die Explantation des infizierten Stentgrafts unumgänglich ist, bieten sich in der Art und Weise der Rekonstruktion mehrere Optionen, welche von Fall zu Fall entschieden werden müssen.