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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Ökonomische Effekte eines professionellen Wundmanagements in der Herzklappen- und Koronarchirurgie

Meeting Abstract

  • Tobias Schilling - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Ines Gerber - Management & Beratung im Gesundheitswesen, Steinburg
  • Conny Abraham - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Cornelius Jäger - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Paula Weißhäupl-Karstens - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Axel Haverich - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch143

DOI: 10.3205/11dgch143, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch1431

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Schilling et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Infektion von Wunden oder Wundheilungsstörungen nach herzchirurgischen Eingriffen stellen nicht nur für den Patienten eine erhebliche Belastung dar, sondern beeinträchtigen auch das ökonomische Ergebnis der operierenden Klinik, weil Patienten mit Wundheilungsstörungen grundsätzlich kaum kostendeckend versorgt werden können. Ein professionelles und kontinuierliches Wundmanagement führt nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch zu einer effektiveren Behandlung. In dieser Arbeit wird untersucht, ob die positiven ökonomischen Effekte die Kosten für dediziertes Personal und zusätzlichen Sachaufwand im Wundmanagement ausgleichen.

Material und Methoden: Im Jahr 2008 richteten wir einen Bereich Wundmanagement ein, der von zwei Krankenschwestern mit langjähriger Erfahrung in der Pflege herzchirurgischer Patienten unserer Klinik ganztäglich geführt wird. Wir verglichen retrospektiv die Liegezeit und Fallkosten von Herzklappen- und Bypasspatienten, bei denen eine Wundinfektion oder Wundheilungsstörung kodiert wurde, im Zeitraum 2006/2007 ohne dediziertes Wundmanagement mit dem Zeitraum 2008/2009.

Ergebnisse: Im Kontrollzeitraum 2006/2007 wiesen 22 Klappen- und 159 Bypasspatienten im stationären Verlauf eine Wundheilungsstörung auf. Im Vergleichszeitraum wurden diese Störungen bei 31 Klappen- und 108 Bypasspatienten gesehen. Die Gesamtliegezeit reduzierte sich bei den Klappenpatienten mit Heilungsstörungen um durchschnittlich 13,5 und bei den Bypasspatienten um 8,83 Tage in unserer Abteilung (Tabelle 1 [Tab. 1]). Unter Berücksichtigung von DRG-Effekten, Zusatzentgelten und Kostenänderungen konnte in der Stichprobe bei den Klappenpatienten gegenüber der Kontrollgruppe der fallbezogene Deckungsbeitrag im Mittel um 5.548 € verbessert werden. In der Gruppe der Bypasspatienten betrug die Optimierung durchschnittlich 3.055 € pro Fall. Nach Abzug der Kosten für zusätzliches Personal, Ausstattung und Logistik wurde der Deckungsbeitrag im Zweijahrestestzeitraum bei kalkulierter gleicher Fallzahl insgesamt um 368.000 € weniger belastet.

Schlussfolgerung: Ein effizientes und professionelles Wundmanagement in herzchirurgischen Kliniken verkürzt nicht nur den stationären Aufenthalt der Patienten mit Wundheilungsstörungen, sondern ist darüber hinaus geeignet, über Einspareffekte die eigenen Kosten zu erwirtschaften. Positive Effekte durch eher zur Verfügung stehende Bettenkapazitäten und Entlastung der Ärzte und des übrigen Pflegepersonals fließen dabei in diese Kalkulation noch nicht ein.