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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Intraabdominelle Verletzungen im Rahmen von Sport-, Schul- und Freizeitunfällen, eine Analyse unseres Krankenguts von 2006–2010

Meeting Abstract

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  • Anke Weber - Uniklinik Rostock, Kinderchirurgie, Rostock
  • Gerhard Stuhldreier - Uniklinik Rostock, Kinderchirurgie, Rostock

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch069

DOI: 10.3205/11dgch069, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0699

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Weber et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Intraabdominelle Verletzungen in der Schule oder beim Sport sind selten, können aber für das betroffene Kind weitreichende Folgen haben. Umso wichtiger ist eine rasche und zielgerichtete Diagnostik und Therapie für das Outcome der Kinder mit derartigen Verletzungen.

Material und Methoden: In dieser retrospektiven Arbeit konnten 21 Patienten mit intraabdominellen Verletzungen (v.a. Leber- und Milzrupturen bzw. -hämatome und Nierenkontusionen) im Zeitraum 1/2006 bis 9/2010 evaluiert werden. Ein Drittel aller Unfälle ereignete sich in der Schule bzw. Kita. Die Unfallursache, das Alter, die Geschlechtsverteilung, das Verletzungsmuster, die Krankenhausverweildauer, die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation, der Transfusionsbedarf, der Zeitpunkt der Mobilisation und das Outcome wurden analysiert.

Ergebnisse: Als Unfallursachen finden sich verschiedenste Mechanismen, v.a. Stürze aus größerer Höhe. Hier steht an erster Stelle das Klettergerüst und dann der Sturz vom Baum bzw. vom Baumhaus. Aber auch Roheitsdelikte durch Klassenkameraden und häufig Fahrradunfällle verursachten Hämatome oder Rupturen der parenchymatösen Organe. Fast immer spielte ein direktes Trauma wie der Fahrradlenker die entscheidende Rolle. Das durchschnittliche Alter der Verletzten lag bei 9,2 Jahren; wie so häufig waren Jungen häufiger als Mädchen betroffen (62% versus 38%). Transfusionsbedürftig waren lediglich 2 dieser Kinder (9,5 %), operiert werden mußte nur eines (4,7%). Die durchschnittliche Verweildauer auf der ITS betrug 1,2 Tage (Durchschnitt nur bei Rupturen 4,3 Tage), der mittlere Krankenhausaufenthalt 10,4 Tage. Die Mobilisation wurde nach durchschnittlich 7,1 Tagen begonnen. Alle Patienten zeigten eine Restitutio ad integrum.

Schlussfolgerung: Intraabdominelle Verletzungen sind insgesamt selten, im Rahmen von Sportunfällen sicherlich eine Rarität, die meisten dieser Verletzungen sahen wir im Rahmen von Freizeitunfällen. All unsere Patienten zeigten erfreulicherweise eine Restitutio ad integrum, dennoch sollten bei einer derartigen Verletzung eine intensivmedizinische Überwachung bei Rupturen bzw. die Monitorüberwachung auf der Station bei Hämatomen sowie engmaschige sonografische und laborchemische Kontrollen erfolgen, um ein bestmögliches Outcome der Patienten zu gewährleisten.