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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Sturz als Unfallmechanismus bei der Pronatio dolorosa infantum

Meeting Abstract

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  • Stefanie Märzheuser - Charité Universitätsmedizin Berlin, Kinderchirurgie, Berlin
  • Monika Gross - Charité Universitätsmedizin Berlin, Kinderchirurgie, Berlin
  • Karin Rothe - Charité Universitätsmedizin Berlin, Kinderchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch063

DOI: 10.3205/11dgch063, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0631

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Märzheuser et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Pronatio dolorosa infantum ist eine häufige Verletzung in der Altersgruppe von 1 bis 4 Jahren. Als Unfallmechanismus wird ein plötzlicher Zug an der Hand angenommen, der zu einer Subluxation des Radiusköpfchens unter das Ligamentum anulare führen soll. Im klinischen Alltag sind Eltern häufig nicht in der Lage einen eindeutigen auslösenden Mechanismus zu beschreiben. Wir wollten in einer retrospektiven Studie prüfen, ob unterschiedliche auslösende Mechanismen im Wachstumsverlauf für diese häufige Verletzung verantwortlich sind.

Material und Methoden: Es wurden 9.000 Erste Hilfe Scheine aus der Kindernotaufnahme ausgewertet. In die Untersuchung wurden nur die Fälle einbezogen, in denen das klinische Bild der Pronatio dolorosa infantum beschrieben wurde und nach typischer Reposition keine Symptomatik persistierte. Wir bewerteten Alter, Geschlecht, Unfallhergang, Therapiemodus und, falls vorhanden radiologische Befunde.

Ergebnisse: Es wurden 512 Fälle in die Studie eingeschlossen. Der jüngste Patient war einen Monat, der älteste Patient 8 Jahre alt, der Altersmedian lag bei 26 Monaten, der Mittelwert betrug 29,52 Monate. 289 (56%) der Patienten waren weiblich, 223 (44%) männlichen Geschlechts. Die Patienten wurden in sechs unterschiedliche Altersgruppen eingeteilt, die jeweils 11 Lebensmonate umfassten. In jeder Altersgruppe dominierte ein anderer auslösender Mechanismus. Eine Drehung über den dorsal verschränkten Arm war bei 15% der Kinder unter einem Jahr auslösend für die Symptomatik. Zug als auslösendes Agens dominierte bei den Kindern im Alter von 13–24 Monaten. Ein Sturz wurde mit insgesamt 17% in allen Altersgruppen, in der Altersgruppe von >48 Monaten in 24% als auslösender Mechanismus gefunden. Ein Sturzunfall war in allen Altersgruppen bei Jungen in 21% , bei Mädchen in 13% verantwortlich.

Schlussfolgerung: Nicht nur der Zug am ausgestreckten Arm führt zu einer Subluxation des Radiusköpfchens. Eine Pronatio dolorosa infantum kann bei 16% der Patienten durch einen Sturz ausgelöst worden sein. Bei Kindern unter einem Jahr ist die selbständige Drehung des Kindes über den dorsal verschränkten Arm eine Traumaursache.