gms | German Medical Science

128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Recurrensparese trotz regelhaftem Neuromonitoring – Eine Retrospektive aus drei Jahren Schilddrüsenchirurgie

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Magnus Melin - Lukaskrankenhaus Neuss GmbH, Allgemeinchirurgie, Neuss
  • Katharina Schwarz - Lukaskrankenhaus Neuss GmbH, Allgemeinchirurgie, Neuss
  • Bernhard Lammers - Lukaskrankenhaus Neuss GmbH, Allgemeinchirurgie, Neuss
  • Peter. E. Goretzki - Lukaskrankenhaus Neuss GmbH, Allgemeinchirurgie, Neuss

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch052

DOI: 10.3205/11dgch052, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0525

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Melin et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Das intraoperative Neuromonitoring (IONM) hat sich bei Operationen der Schilddrüse und der Nebenschilddrüsen als ein nützliches Mittel zur Strategieplanung bewährt. Bei Risikopatienten kann die Rate an Recurrensparesen durch IONM signifikant gesenkt werden. Problematisch für das intraoperative Vorgehen bleiben jedoch die Fälle, bei denen das Neuromonitoring den tatsächlichen Zustand der Stimmlippenfunktion nicht wiedergibt.

Material und Methoden: Seit 2006 gehört das intraoperative Neuromonitoring mittels Tubuselektroden zum Operationsstandard in unserem Haus. Nun haben wir alle Patienten, die zwischen Januar 2008 und September 2010 operiert wurden, retrospektiv untersucht, um der Frage nachzugehen, warum manche Paresen vom IONM nicht erfasst werden.

Ergebnisse: Im oben genannten Zeitraum wurden 2546 Patienten mit IONM operiert (4074 nerves at risk). Hierbei traten 95 frühpostoperative Recurrensparesen und 26 Stimmlippenminderbeweglichkeiten auf. In 14 dieser 121 Fälle (11,6%) hatte sich ein regelhaftes IONM gezeigt (falsch positiv). 51 falsch negative Fälle wurden registriert (Signalverlust ohne Beweglichkeitsstörung). Die falsch positiven enthalten 11 Recurrensparesen, sowie 2 Minderbeweglichkeiten. Bei einem Patient bestand seit fünf Jahren eine spontane Recurrensparese. Hier zeigte sich ein regelhaftes IONM trotz gesicherter Parese. Die Gruppe umfasst drei Rezidiveingriffe, zwei Strumen III°, ein follikuläres Karzinom pT2, und ein Nebensschilddrüsenkarzinom, sowie sieben Strumen II°. Eine Nachblutung ist nicht aufgetreten.

IONM: Spezifität von 88%, Sensitivität von 99%, positiv prädikativer Wert von >99%.

Schlussfolgerung: Wir halten das IONM heutzutage für unverzichtbar bei bilateralen Schilddrüsenoperationen, um das Risiko einer beidseitigen Recurrensparese zu minimieren. Da 11,6% der frühpostoperativen Paresen vom IONM nicht erfasst wurden, sollte das zweizeitige Vorgehen bei schwierigem Situs, auch bei positiven IONM, überlegt werden.