gms | German Medical Science

128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Die onkogene microRNA 21 und tumorsuppressiven microRNAs 143 und 145 als Response-Prädiktoren in der multimodalen Therapie des lokal-fortgeschrittenen Rekumkarzinoms

Meeting Abstract

  • Peter Grimminger - Uniklinik Köln, Allgemein-, Visceral- und Tumorchirurgie, Köln
  • Uta Drabber - Uniklinik Köln, Institut für Pathologie, Köln
  • Elfriede Bollschweiler - Uniklinik Köln, Allgemein-, Visceral- und Tumorchirurgie, Köln
  • Jan Brabender - Uniklinik Köln, Allgemein-, Visceral- und Tumorchirurgie, Köln
  • Ralf Metzger - Uniklinik Köln, Allgemein-, Visceral- und Tumorchirurgie, Köln
  • Stefan Paul Mönig - Universitätsklinikum Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln
  • Arnulf Hölscher - Uniklinik Köln, Allgemein-, Visceral- und Tumorchirurgie, Köln
  • Margarete Odenthal - Uniklinik Köln, Institut für Pathologie, Köln
  • Daniel Vallböhmer - Uniklinik Köln, Allgemein-, Visceral- und Tumorchirurgie, Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch027

DOI: 10.3205/11dgch027, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch0276

Veröffentlicht: 20. Mai 2011

© 2011 Grimminger et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Zur Verbesserung der Prognose von Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom erfolgt die Behandlung im Rahmen multimodaler Therapiekonzepte. Vor allem Patienten mit einem guten histopathologischen Ansprechen scheinen von der Therapie zu profitieren, sodass molekulare Marker zur individuellen Therapieplanung hilfreich wären, welche die histopathologische Response eindeutig anzeigen. In dieser Studie sollte daher die Expression der onkogenen microRNA 21 und tumorsuppressiven microRNAs 143 und 145 vor und nach einer neoadjuvanten Radiochemotherapie untersucht werden, um die Rolle dieser microRNAs als potentielle prädiktive Variablen in der multimodalen Therapie des Rektumkarzinoms zu evaluieren.

Material und Methoden: 40 Patienten (24 männlich, 16 weiblich; medianes Alter 61 Jahre) mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom wurden inkludiert. Alle Patienten erhielten eine neoadjuvante Radiochemotherapie (50.4 Gy, 5-FU) mit anschließender chirurgischer Therapie. Das Regressionsgrading war definiert als: Major Response: <10% und Minor Response: >10% vitaler Tumor. Die intratumorale RNA wurde aus prätherapeutischen Biopsien und chirurgischen Resektaten isoliert und die Expression der 3 microRNAs mittels Real-Time PCR bestimmt. Die Ergebnisse wurden mit klinischen und histopathologischen Parametern, insbesondere der histopathologischen Regression korreliert.

Ergebnisse: Die prä- und post-therapeutischen Expressionsraten der microRNA 21 und 143 korrelierten nicht mit den hier untersuchten klinischen und histopathologischen Parametern, insbesondere nicht mit der histopathologischen Regression. Die posttherapeutische Expression von microRNA 145 ließ einen signifikanten Unterschied zu der prätherapeutischen Expressionsstärke erkennen (p<0.001). Im Verlauf der neoadjuvanten Behandlung war die Expression von microRNA 145 signifikant heraufreguliert. Ein verminderter postoperativer Nachweis der microRNA 145 war mit einem schlechten histomorphologischen Ansprechen auf die multimodale Behandlung (p=0.04) assoziiert.

Schlussfolgerung: Die Expression der microRNA 145 wurde im Verlauf der neoadjuvanten Therapie zwar signifikant heraufreguliert, jedoch war die verminderte Expression von microRNA 145 nach mulitmodaler Therapie mit einem schlechteren histopathologischen Ansprechen assoziiert. Therapeutische Ansätze, welche die Expression der microRAN 145 steigern oder den microRNA-spezifischen Effekt beeinflussen würden, könnten das histomorphologische Ansprechen auf die neoadjuvante Therapie potentiell verbessern.