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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Notfall-EVAR beim traumatischen Aortenabrisses

Meeting Abstract

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  • Stefan Ockert - Klinikum Rechts der Isar, TUM, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Julia Pongratz - Klinikum Rechts der Isar, TUM, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Christian Reeps - Klinikum Rechts der Isar, TUM, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Hans-Henning Eckstein - Klinikum Rechts der Isar, TUM, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch732

DOI: 10.3205/10dgch732, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch7329

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Ockert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die endovaskuläre Therapie der traumatischen Aortenruptur hat die konventionell offene Versorgung als Standarttherapie abgelöst. Sämtlich publizierte Daten dokumentieren die Überlegenheit von TEVAR im Vergleich zur konservativ-offenen Therapie im perioperativen Verlauf. Mittel und längerfristige Daten bezüglich Folgekomplikationen liegen derzeit nur vereinzelt vor.

Material und Methoden: Alle konsekutiv endovaskulär behandelten Patienten im Zeitraum von 3/2005–3/2009 wurden in die retrospektive Analyse eingeschlossen. Alle Patienten erhielten zur Diagnosesicherung und Verlaufsbeurteilung eine bildgebende Diagnostik (CTA). Endpunkte der Analyse stellen Mortalität/Morbidität (z.B. Endoleckagen), sowie der Anteil an Re-Interventionen perioperativ und im Rahmen des Follow-ups dar.

Ergebnisse: Im Zeitraum von 5 Jahren wurden insgesamt 9 Patienten (mittl. Alter 45.3 Jahre) endovaskulär bei traumatischer Aortenruptur versorgt. Die prozedurale Mortalität lag bei 0% (technischer Erfolg 100%). In 3 Fällen (33%) wurde linke Subclavia komplikationslos überstentet. Spinale Ischämien traten am beschriebenen Patientengut nicht auf. Bei einem Patienten erfolgte bei primärer Typ I Endoleckage eine Endorepair. Im mittleren Follow-up (30 Monate) lag die Mortalität bei 0%. Es zeigten sich im Nachuntersuchungszeitraum weder sekundäre Endoleckagen noch sonstige interventionsbedürftige prozedurale Komplikationen.

Schlussfolgerung: Die endovaskuläre Versorgung der traumatischen Aortenruptur stellt eine effektive Behandlungsform im Notfall dar. Die Daten zum mittelfristigen Verlauf zeichnen sich durch fehlende Mortalitäten, fehlende stentassoziierte Komplikationen (sekundäre Endoleckagen) und durch ein Fehlen an Re-Interventionen aus. Langfristige Ergebnisse bezüglich des biologischen Verhaltens der implantierten Endoprothesen liegen derzeit nicht vor und müssen zur endgültigen Beurteilung des Verfahrens abgewartet werden.