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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Perioperatives Schmerzmanagement der Trichterbrustkorrektur nach Nuss

Meeting Abstract

  • Elke Thil - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Mannheim, Deutschland
  • Cornelia Hagl - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Kinderchirurgie, Mannheim, Deutschland
  • Konrad Reinshagen - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Hans Jürgen Rapp - Bürgerhospital, Anästhesie und Intensivmedizin, Frankfurt, Deutschland
  • Manfred Thiel - Universitätsmedizin Mannheim, Anästhesie und Intensivmedizin, Mannheim, Deutschland
  • Lucas M. Wessel - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Kinderchirurgie, Mannheim, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch730

DOI: 10.3205/10dgch730, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch7307

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Thil et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die minimal invasive Korrektur der Trichterbrust nach Nuss wird in der kinderchirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim seit 10 Jahren regelmäßig durchgeführt. Bei komplikationslosem intraoperativem Verlauf ist die adäquate Analgesie entscheidend.

Material und Methoden: Im Untersuchungszeitraum von 1999 bis 2009 wurden 80 Patienten (Durchschnittsalter 16 ± 3,6 Jahre, m:w 14:3) nach Nuss Korrigiert. 95% der Patienten erhielten einen thorakalen Periduralkatheter (PDK). Die Anlage des PDK erfolgte zwischen den Segmenten Th 6/7. Nach PDK-Anlage wurde die intraoperative Narkose mit Fentanyl/Thiopental bzw. Propofol eingeleitet und als balancierte Anästhesie in alterstypischer Dosierung weitergeführt, während intraoperativ über den PDK Ropivacain (Naropin 0,5%: 0,1ml/kg) Boli gegeben wurden.

Postoperativ wurde der PDK durchschnittlich für 4,6 ± 1,2 Tage belassen, bei engmaschiger Visite durch den Schmerzdienst und einem Schmerzrating mittels Visueller Analogskala (VAS) waren 95% der Patienten unter einer kontinuierlichen Laufrate [0,16ml/kg/h Ropivacain (150mg)/Sufentanil (50mg)/Clonidin (50mg) in 50ml NaCl] schmerzfrei. Während der Betreuung zeigten sich vorwiegend Übelkeit und Juckreiz als Folgen des Sufenta, der eingebrachte Blasendauerkatheter wurde einen Tag nach Entfernen des PDK ebenfalls gezogen.

Ergebnisse: Obwohl die Nuss-Korrektur ein blutsparender, minimal invasiver Eingriff ist, entwickeln die Patienten auf Grund der ausgeprägten Umformung der Thoraxkontur stärkste postoperative Schmerzen.Die Umsetzung eines adäquaten Schmerzkonzeptes, welches rückenmarksnahe und periphere schmerztherapeutische Ansätze miteinander kombiniert ist somit erforderlich.

Schlussfolgerung: Die kontinuierliche epidurale Infusion eines Lokalanästhetikums mit Opiatzusatz in Kombination mit einer adaptierten oralen Gabe von NSAR und Flupirtin ist ein klinisch umsetzbares Schmerzkonzept welches in Verbindung mit einer regelmäßige Präsenz des Schmerzdienstes zu einer sehr guten Analgesie mit hoher Patientenzufriedenheit führt.