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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Langzeitverlauf der Duodenaladenomatose bei FAP Patienten – Gibt es Prädiktoren für den Verlauf?

Meeting Abstract

  • Petra Ganschow - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Berit Söllner - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Guni Kadmon - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplanationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Markus W. Büchler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Martina Kadmon - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplanationschirurgie, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch699

DOI: 10.3205/10dgch699, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6999

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Ganschow et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die familiäre adenomatöse Polyposis coli (FAP) ist eine vererbte Erkrankung, die neben ihrem Hauptmanifestationsort im Kolon durch extrakolonische Manifestationen geprägt ist. Nach Kolonkarzinomen stellen Duodenalkarzinome auf dem Boden einer Duodenaladenomatose (DA) eine der Haupttodesursachen dar.

Da ein radikales therapeutisches Vorgehen wie beim Kolon im Duodenum jedoch nicht angezeigt ist, rückt die klinische Überwachung der Patienten in den Vordergrund. Daher ist das Ziel der vorliegende Studie, den Langzeitverlauf von Duodenaladenomen bei FAP zu beurteilen und mögliche Prädiktoren für den Schweregrad und Progress zu identifizieren.

Material und Methoden: Der Verlauf der DA von 278 Patienten von 1994 bis 2005 wurde anhand der Daten aus dem Heidelberger Polyposis-Register, den Gastroskopie- und Histologie-Befunden analysiert. Schweregrad und Progress wurden mittels der Spiegelmann-Klassifikation eingestuft.

Bei bekannter zugrundeliegender Mutation wurde eine mögliche Genotyp-Phänotyp-Korrelation untersucht.

Ergebnisse: 162 (58,3%) der Patienten entwickelten eine DA. Die Manifestation war gegenüber der Kolonmanifestation bis zu 20 Jahre verzögert. 50,6% der Patienten hatten dabei ein Spiegelman Stadium III und größer, nur 8% ein Stadium I.

Die genetischen Mutationen im APC-Gen zeigten eine Häufung in der Armadillo-Region, im Bereich der Catenin-Bindungs & -Regulation Seite sowie bei Codon 1309. Zusätzlich bestand eine Assoziation zwischen höheren Spiegelman Stadien und Mutationen im Bereich der Catenin-Bindungs & -Regulation Seite. Mutationen in diesem Bereich waren mit einem stärkeren Progress der DA assoziiert. Besonders interessant war, dass der Progress nicht linear sondern in diskreten zeitlichen Intervallen verlief.

Bei Mutationen in Exon 4-9 lag das Alter bei Erstdiagnose tendentiell höher als bei Mutationen in Exon 15 (28 vs. 10 Jahre, r=0,302).

Schlussfolgerung: Mutationen im Bereich der Catenin-Bindungs & -Regulations Seite sind mit schwereren Verläufen der DA assoziiert. Betroffene Patienten sollten daher einer sorgfältigen Überwachung zugeführt werden.

Die Ursachen für den stufenartigen Verlauf des Progresses, müssen in der Zukunft noch weiter untersucht werden.