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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Versiegelung der Leberresektionsfläche mit Gewebsklebematerialien bewirkt keine weitere Verbesserung adäquater Chirurgie, jedoch eine Entzündungsreaktion, angezeigt durch vermehrtes Drainagevolumen und Leukozytose

Meeting Abstract

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  • Manuela Petersen - Universitätsklinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral- & Gefäßchirurgie, Magdeburg, Deutschland
  • Frank Meyer - Universitätsklinikum Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- & Gefäßchirurgie, Magdeburg, Deutschland
  • Siegfried Kropf - Universitätsklinikum, Institut für Biometrie und Medizinische Informatik, Magdeburg, Deutschland
  • Hans Lippert - Universitätsklinikum Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch668

DOI: 10.3205/10dgch668, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6689

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Petersen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei elektiven Leberresektionen besteht ein hoher Qualitätsmaßstab. Ziel: Untersuchung, ob Gewebsklebematerialien das „Outcome“ signifikant, insbesondere bei Risikopatienten verbessern.

Material und Methoden: Alle konsekutiven Patienten (Durchschnittsalter: 60,5 Jahre) mit Leberresektionen (n Total=770) wurden prospektiv über 10 Jahre in einer Computer-basierten Datei dokumentiert & retrospektiv hinsichtlich der Verwendung (-/ ) von Gewebsklebematerialien (Tissucol®: n=59/Tachocomb®: n=202/Kombination: n=55) – angezeigt durch Drainagevolumen, Entzündungsparameter & spezifische Komplikationsrate – ausgewertet (n Bereinigt=541 [100%]).

Ergebnisse: Am Häufigsten waren (a-)/typische Segmentresektionen: n=192/90 (3-Segment hingegen: n=38).

1.
Für die Gruppenzuordnung bezüglich der Klebetechnik wurden Gewichtsabnahme & Resektionsart (Trend: ASA, Zirrhose), für das Drainagevolumen ASA, Geschlecht, Karnofski-Index & Resektionsart als signifikante Einflussfaktoren durch die angezeigten verteilungsunabhängigen Tests (χ 2; U-Test [Mann/Whitney]; H-Test [Kruskal-Willis]; Korrelationskoeffizient nach Spearman) ermittelt (kein Einfluss: Nikotin, Diabetes, BMI, Alkohol/marginal: Vorbehandlung, Enddiagnose).
2.
Ohne Berücksichtigung dieser Parameter war die Verwendung von Klebematerial durch vermehrtes Drainagevolumen gekennzeichnet (Negativkontrolle3.) Mittels Varianzanalyse wurde auch unter Bereinigung der in den Einzeltests eruierten Einflussfaktoren ermittelt, dass Klebematerial ebenso keine Verminderung, sondern eher eine Erhöhung des Drainagevolumens erbrachte, jedoch
3.
unter ausgeprägterer Leukozytose.
4.
Ohnehin schon kleine Raten von Nachblutung, Gallefistel & subhepatischem Abszess (<<5%) wiesen keine signifikant weiter verbesserte Rate durch Versiegelungsmaterial auf.

Schlussfolgerung: Adäquate Chirurgie bei der Versorgung der Leberresektionsfläche kann durch Gewebsklebematerialien nicht weiter optimiert werden, wobei das Drainagevolumen als kein ausreichend charakteristischer Parameter betrachtet werden kann (ggf. geeigneter: Hb bzw. Bili pro Volumen Drainflüssigkeit), jedoch eine inflammatorische Reaktion zu diskutieren ist, durch (un-)spezifische Ergussbildung & Leukozytose angezeigt.