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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Das Anaplastische Pankreaskarzinom: chirurgische Therapie und Outcome

Meeting Abstract

  • Oliver Strobel - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Thilo Hackert - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Werner Hartwig - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Frank Bergmann - Universitätsklinikum Heidelberg, Pathologisches Institut, Heidelberg, Deutschland
  • Ulf Hinz - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Lutz Schneider - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Abteilung für Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Stefan Fritz - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Markus W. Büchler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Jens Werner - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemeine, Viscerale und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch666

DOI: 10.3205/10dgch666, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6666

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Strobel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das anaplastische Pankreaskarzinom (anPaCa) ist mit 2–7% der exokrinen Pankreastumoren ein seltenes Malignom. Die vorhandene Literatur beschränkt sich auf Fallberichte und wenige Serien, die auf histomorphologische und molekulare Aspekte fokussiert sind. Die Datenlage bezüglich der Prognose und bezüglich des Stellenwerts und der Ergebnisse der chirurgischen Therapie ist unzureichend.

Material und Methoden: Aus einer prospektiv geführten Datenbank wurden alle Fälle mit anPaCa identifiziert, die an unserer Klinik operiert wurden. Klinische und pathologische Parameter wurden analysiert und das Überleben mit einer Kontrollgruppe duktaler Adenokarzinome des Pankreas (PDAC) verglichen (nested case control study).

Ergebnisse: Es wurden 18 Fälle von anPaCa identifiziert. Bei 13 Patienten (72%) wurde eine potentiell kurative Resektion (8xR0 / 5xR1) durchgeführt, davon 5 multiviszerale Resektionen. Bei 2 Patienten wurde eine palliative Resektion, bei 3 Patienten keine Resektion (1x Bypass, 2x Biopsie) durchgeführt. Die Mortalität betrug 5.6% (n=1). Das mittlere Überleben bei anPaCa war mit 5,7 Monaten deutlich, jedoch wegen 3 (17%) Langzeitüberlebern nicht signifikant kürzer als bei PDAC (15,7 Monate). Nach R0/R1-Resektion war das mittlere Überleben bei anPaCa deutlich (7.1 vs. 16.5 Monate), nach Palliativeingriff signifikant kürzer als bei PDAC (2.2 vs. 10.6 Monate, p=0,0010). Bei anPaCa war das Überleben nach R0/R1-Resektion signifikant länger als nach Palliativeingriff (10,6 vs. 1,9 Monate; p=0,0030). Eine Chemotherapie (Gemzitabine) hatte keinen messbar positiven Effekt auf die Überlebenszeit bei anPaCa.

Schlussfolgerung: Das anaplastische Pankreaskarzinom ist eine aggressivere Variante mit schlechterer Prognose als das duktale Adenokarzinom. Ein längeres Überleben nach R0/R1-Resektion im Vergleich zur Palliativoperation und die Beobachtung von Langzeitüberlebern nach Resektion zeigen jedoch, dass eine poteniell kurative Resektion immer angestrebt werden sollte.