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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Implantation von Port-Systemen – eine retrospektive Auswertung über 10 Jahre

Meeting Abstract

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  • Andreas Neumann - Universitätsklinik Rostock, Abteilung Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Sven Eisold - Universitätsklinikum Rostock, Allgemeine Chirurgie, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Carsten Bünger - Universitätsklinik Rostock, Abteilung Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Ernst Klar - Universitätsklinikum Rostock, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch637

DOI: 10.3205/10dgch637, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6376

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Neumann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Portkathetersysteme als vollständig implantierbare, zentralvenöse Zugänge haben sich in der klinischen Praxis bewährt. Sie werden heute als eine ideale Methode für verschiedene Langzeittherapien akzeptiert.

Ziel der Studie war es, die allgemeinen und speziellen Komplikationen der Portimplantation aufzuzeigen.

Material und Methoden: Zwischen 01/1998 und 12/2008 wurden retrospektiv die Akten von Patienten analysiert, die eine Portimplantation an der Chirurgischen Universitätsklinik Rostock erhielten. Die Operation erfolgte entweder durch die Punktion der V. subclavia, oder durch die offene Freilegung der V.cephalica. Die Auswertung umfasste neben der Komplikationsrate des Eingriffs, auch die Qualität und Sicherheit des Eingriffs in Abhängigkeit vom Ausbildungsstand des Operateurs.

Ergebnisse: Insgesamt wurden bei 1.476 Patienten 1.543 Portsysteme implantiert. Als unmittelbar eingriffsassoziierte Komplikation stellte sich in 1,9% der Fälle ein Pneumothorax dar, und erforderte bei 1,5% der Patienten die Anlage einer Thoraxsaugdrainage. In 4,2% der Fälle wurde eine Revisionsoperation aufgrund technischer Probleme notwendig.

Zu den häufigsten Komplikationen der Portimplantation, postoperativ oder im Rahmen der weiteren Nutzung zählen Infektionen. Von insgesamt 4,9% Portinfektionen, die eine Explantation erforderlich machten, waren 3,8% auf Infektionen während der Portnutzung auszumachen. Zusätzlich konnten 0,5% oberflächliche Wundheilungsstörungen beobachtet werden.

Eine Thrombosierung des Katheterlumens bzw. der zentralen Vene mit Funktionsverlust des Systems und notwendiger Explantation zeigte sich bei 1,1% der Patienten. Armvenenthrombosen wurden bei 0,2% der Fälle beobachtet.

Der Ausbildungsstand der Operateure hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Komplikationsrate.

Schlussfolgerung: Die Anwendung implantierbarer venöser Portsysteme ist sicher, aber dennoch mit Komplikationen verbunden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Portsysteme während der Anlage und ihrer Nutzung umfassende Kenntnisse über Komplikationen, deren Prävention und Therapie erfordern. Der Eingriff ist unter fachkundiger Anleitung und klar definierter OP-Standards sehr gut für junge Chirurgen in der Ausbildung geeignet.