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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Portimplantation: Gibt es Unterschiede zwischen der chirurgischen und radiologischen Technik? Ergebnisse der PORTAS-2 Studie (NCT00600444)

Meeting Abstract

  • Phillip Knebel - Universitätsklinikum Heidelberg, Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Ruben Lopez-Benitez - Universitätsklinikum Heidelberg, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Heidelberg, Deutschland
  • Lars Fischer - Universitätsklinikum Heidelberg, Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Boris Radeleff - Universitätsklinikum Heidelberg, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Heidelberg, Deutschland
  • Ulrike Stampfl - Universitätsklinikum Heidelberg, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Heidelberg, Deutschland
  • Thomas Bruckner - Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg, Deutschland
  • Roland Hennes - Universitätsklinikum Heidelberg, Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Meinhard Kieser - Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg, Deutschland
  • Markus W. Büchler - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Christoph M. Seiler - Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch621

DOI: 10.3205/10dgch621, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6214

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Knebel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Anzahl intravenösen Port-Katheter Implantationen steigt kontinuierlich an. Häufigste Verfahren zur Implantation sind die Venae sectio (VS) durch den Chirurgen und die Punktion der V. subclavia mittels Seldinger-Technik (PVS) durch Radiologen oder Chirurgen. Diese Studie vergleicht erstmalig prospektiv und randomisiert die primäre Erfolgs- und Komplikationsrate beider Techniken.

Material und Methoden: Einschlusskriterien: Volljährige Patienten geplant für eine primäre Portanlage. Primärer Endpunkt: Primäre Erfolgsrate der randomisierten Implantationstechnik. Sekundärere Endpunkte: Komplikationsraten innerhalb von 90 Tagen, Interventionsdauer, benötigte Strahlendosis und die Erfahrung der Operateure. Die Randomisierung der Patienten erfolgte entweder zur Chirurgie oder zur interventionellen Radiologie.

Ergebnisse: Von 153 gescreenten Patienten wurden 110 eingeschlossen und 102 randomisiert. 11 Patienten waren lost to follow up. Primäre Erfolgsrate der PVS zeigte sich der VS sowohl in der intention-to-treat (odds ratio, 0,37; 95% KI, 0,07;2,15) als auch in der as-treated Analyse (odds ratio, 0,16; 95% KI, 0;1,28) nicht überlegen. Die Operationsdauer der chirurgischen Gruppe war kürzer (Median, 21 min; 95% KI, 14;30) als in der radiologischen (Median, 45 min; 95% KI, 43;50) (p<0.001). Die Strahlendosis war geringer in der chirurgischen Gruppe (Median, 37 cGy/cm2; 95% KI, 26;49) als in der radiologischen (Median, 200 cGy/cm2; 95% KI, 200;300) (p<0.001). Die Mortalitätsrate und Komplikationsrate innerhalb des 90 Tage Follow up unterschieden sich nicht signifikant.

Schlussfolgerung: Die primäre Erfolgsrate der PVS ist der VS nicht überlegen. Der Chirurg benötigt bei einem Teil der Patienten weitere Strategien wie die Hilfe eines Führungsdrahtes und muss selbst in der Lage sein eine PVS durchzuführen. Die Radiologie benötigt eine höhere Strahlendosis und mehr Zeit für die Portkatheterimplantation.