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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Pankreasverletzungen: Stellenwert der konservativen Therapie

Meeting Abstract

  • Susanne Maier - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Kinderchirurgie, Mannheim, Deutschland
  • Georg Kähler - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim, Sektion Endoskopie und Sonogroaphie, Mannheim, Deutschland
  • Cornelia Hagl - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Kinderchirurgie, Mannheim, Deutschland
  • Konrad Reinshagen - Universitätsmedizin Mannheim, Kinderchirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Martina Kohl - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie, Kiel, Deutschland
  • Lucas M. Wessel - Universitätsmedizin Mannheim, Klinik für Kinderchirurgie, Mannheim, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch615

DOI: 10.3205/10dgch615, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6155

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Maier et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Traumatische Pankreasverletzungen sind selten. Bisher erfolgt die operative Exploration und Teilresektion, oft mit postoperativen Komplikationen. Bei Erwachsenen werden Pseudozysten zunehmend drainiert. Im Kindesalter besteht mit der endoskopischen Drainage wenig Erfahrung.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Studie wurden die Ergebnisse von 16 Kindern mit Pankreasverletzungen analysiert und insbesondere die transgastrische Drainage berücksichtigt. Das Durchschnittsalter betrug 8,6 Jahre. Wir fanden 4 Grad-1, 6 Grad-2, 5 Grad-3 und 1 Grad-4-Verletzungen. 6 Kinder waren polytraumatisiert, 6 Kinder zeigten eine isolierte Verletzung.

Ergebnisse: Die Sonographie dient dem Screening, beim akuten stumpfen Bauchtrauma ist das CT unverzichtbar, auch wegen Begleitverletzungen. Die MRT kam im Verlauf zum Einsatz. Die ERCP setzten wir nie als akutdiagnostische Methode ein. Der Anstieg der Laborparameter korrellierte mit der Schwere der Verletzung. Nahezu alle Verletzungen wurden operativ behandelt, wobei ein Wandel zugunsten weniger invasiver Verfahren zu verzeichnen war. In den letzten 8 Jahren erfolgte bei 5 Patienten die erfolgreiche interventionelle endoskopische Behandlung von Pseudozysten.

Schlussfolgerung: Wenn Massenblutung oder Hohlorganruptur eine Laparotomie nicht erzwingen, soll die Therapie von Pankreasverletzungen abwartend konservativ sein. Große Pankreaspseudozysten sind endoskopisch fast immer gut zugänglich, so dass der sonographisch gesteuerten, endoskopischen Drainage als komplikationsarmes, erfolgreiches Verfahren auch bei Kindern Anwendung finden sollte.