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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Vergleich der Immunreaktion nach Eigen- oder Fremdbluttransfusion im Rahmen der kolorektalen Chirurgie

Meeting Abstract

  • Philipp Oetting - Klinikum Köln-Merheim, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Köln, Deutschland
  • Michael Ströhlein - Klinikum Köln-Merheim, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Köln, Deutschland
  • Camille Conter - Klinikum Dritter Orden, Klinik für Gelenkersatz, orthopädische Chirurgie und Unfall-/Wiederherstellungschirurgie, München, Deutschland
  • Jonas Lange - Klinikum Köln-Merheim, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Köln, Deutschland
  • Philipp Manuel Metz - Klinikum Köln-Merheim, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Köln, Deutschland
  • Robert Siegel - Klinikum Köln-Merheim, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Köln, Deutschland
  • Markus Maria Heiss - Klinikum Köln-Merheim, Universität Witten-Herdecke, Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Köln, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch596

DOI: 10.3205/10dgch596, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5960

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Oetting et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Allogene Bluttransfusionen sind mit negativen klinischen Effekten assoziiert. So konnte eine erhöhte Infektionsrate und ein verkürztes Overal-Survival bei Karzinompatienten nach periopertiver Fremdblut- (FB)- Transfusion im Vergleich zu Eigenblut- (EB)- Transfusionen nachgewiesen werden. Die immunologischen Mechanismen dieser Auswirkungen sind bisher ungeklärt. Ziel der Studie ist die Erfassung der transfusionsassoziierten Immunmodulation auf Zytokinebene nach EB- versus FB-Transfusion bei Patienten mit Resektion von kolorektalen Karzinomen.

Material und Methoden: 16 Patienten mit einem kolorektalem Karzinom wurden präoperativ in eine EB- und eine FB-Gruppe randomisiert. Eine Transfusion erfolgte nach Eintreten definierter Kriterien (Hb <10g/dl und kardiale Dekompensation). Bestimmt wurden nach Isolation und Stimulation der peripheren mononukleärer Blutzellen Interferon-gamma (INF-g), Interleukin (IL) -2, -4, -10 und -12 und Prostaglandin-E2 (PGE-2) mittels ELISA an definierten Tagen. 6 Patienten erhielten intraoperativ eine EB- und 5 eine FB-Transfusion. 5 Patienten ohne Bluttransfusion dienten als Kontrollgruppe.

Ergebnisse: Bei den untransfundierten Patienten konnte keine signifikante Änderung der Zytokinsekretion festgestellt werden. Zwischen den einzelnen Gruppen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die IL-2, -4 und -12 Sekretion. Bei den Patienten nach einer EB-Spende sank die IL-10 Ausschüttung am 3. p.o. Tag ab (p= 0,042). Bei der EB- und FB-Gruppe kam es am 3. p.o. Tag zu einer signifikanten Reduktion des IFN-g Spiegels (p=0,028 bzw. p=0,043). Die PGE-2 Ausschüttung stieg im Gegensatz zu den anderen Gruppen bei der FB-Gruppe am 3.p.o. Tag signifikant an (p=0,043).

Schlussfolgerung: Prostaglandin-E2 wurde als zentraler Mediator von unspezifischen Entzündungsreaktionen charakterisiert, der mit einer erhöhten Tumorproliferation assoziiert ist. In unserer Untersuchung zeigen wir, dass es in der Patientengruppe nach FB-Transfusion im Gegensatz zu Patienten nach EB-Transfusion oder ohne Bluttransfusion zu einer signifikanten Steigerung der PEG-2 Ausschüttung kommt. Ob die gesteigerte PEG-2 Ausschüttung ursächlich für die negativen Auswirkungen nach einer FB-Transfusion ist, muß noch geklärt werden.