gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Behandlungsergebnisse nach Ellenbogenluxationen und Ellenbogenluxationsfrakturen im Kindesalter

Meeting Abstract

  • Justus Lieber - Universitätsklinikum Tübingen, Kinderchirurgie und Kinderurologie, Tübingen, Deutschland
  • Henrike Flechsig - Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland
  • Tobias Luithle - Universitätsklinikum Tübingen, Kinderchirurgie, Tübingen, Deutschland
  • Jörg Fuchs - Universitätsklinikum Tübingen, Kinderchirurgie, Tübingen, Deutschland
  • Hans-Joachim Kirschner - Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch593

DOI: 10.3205/10dgch593, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5934

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Lieber et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Ellenbogenluxationen im Kindesalter sind selten. Nur wenige Studien fokussieren auf die Behandlungsergebnisse.

Material und Methoden: Kinder <16 LJ mit Ellenbogenluxationen wurden von 2003 bis 09 in Narkose reponiert und einer Stabilitätsprüfung unterzogen. Reine Luxationen wurden ruhiggestellt, assoziierte dislozierte Frakturen wurden reponiert und fixiert. Bei persistierender Gelenkinstabilität erfolgte die Kollateralbandrekonstruktion.

Ergebnisse: 33 Kinder wurden eingeschlossen. 10 (11 J, Median) hatten eine Ellenbogenluxation ohne Gelenkinstabilität und 23 (9,1 J) zeigten Instabilitäten. Davon hatten 3 Kollateralbandverletzungen ohne Frakturen, so daß eine Bandrekonstruktion erfolgte. 20 hatten zusätzliche Frakturen: Epicondylus ulnaris (10), Condylus radialis (5) Epicondylus radialis (1), transkondyläre Fraktur (1), Radiushalsfraktur (5), Processus coronoideus (2). Die Frakturversorgung erfolgte mit K-Drähten, Schrauben und ESIN. Bei 6/20 waren zusätzlich Seitenbandrekonstruktionen (ulnares Kollateralband 3, radiales 4) notwendig. Die Immobilisation betrug 26 Tage (median) bei reinen Luxationen und 35 bei Luxationsfrakturen. 1 Komplikation trat auf: insuffiziente Fixation einer Radiushalsfraktur durch ESIN. Das follow-up betrug 4 Monate (3–12) bei reinen Luxationen und 18 (6–32) nach Luxationsfrakturen. Nach reinen Luxationen zeigte sich ein leichtes Bewegungsdefizit (BD) (<10° Ext/Flex) bei 3 und ein moderates (10-20°) bei 1 Kind. Bei zusätzlichen Frakturen wurde ein leichtes BD in 7, ein moderates in 1 und ein schweres (>20°) in 2 Fällen dokumentiert. 4 Patienten hatten ein Cubitus valgus/varus (5°). 1 Patient war bei Routineaktivitäten eingeschränkt.

Schlussfolgerung: Die Reposition artikulärer Frakturen und die Wiederherstellung der Gelenkstabilität nach traumatischen Ellenbogenluxationen ist essentiell für ein gutes Ergebnis.