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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Ballonkyphoplastie mit biodegradierbarem Kalziumphosphat-Knochenzement bei traumatischen Wirbelkörperfrakturen

Meeting Abstract

  • Christian W. Müller - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgie, Hannover, Deutschland
  • Jochen Hillmeier - St. Vincenz Krankenhaus, Unfall- und orthop. Chirurgie, Limburg, Deutschland
  • Peter-Jürgen Meeder - Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Chirurgische Klinik, Heidelberg, Deutschland
  • Rainer Gumpert - Universität Graz, Österreich
  • Paul Vanderschot - UZ KUL Gasthuisberg, Leuven, Belgien
  • Franz Ortner - Krankenhaus Wiener Neustadt, Östterreich
  • Christian Krettek - Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgie, Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch587

doi: 10.3205/10dgch587, urn:nbn:de:0183-10dgch5877

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Müller et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Kyphoplastie eine etablierte Methode zur schnellen Schmerzreduktion und teilweise zur Wiederaufrichtung osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen. KyphOS FS®, ein Knochenersatzstoff aus Kalzium-Magnesium-Hydroxyapatitit, stellt eine bioresorbierbare Alternative zur bisherigen Zementaugmentation mit Polymethylmethacrylat dar, welche die Kyphoplastie auch für jüngere Patienten mit traumatischen Wirbelkörperfrakturen zu einer Therapieoption macht.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden Patienten zwischen 18 und 50 Jahren mit bis zu drei traumatischen Wirbelkörperfrakturen vom Typ A1.1, A1.2 oder A3.1 nach Magerl. Primärer Endpunkt der Studie war die Veränderung im Roland Morris Disability Questionnaire (RMDQ) Score nach sieben Tagen. Weitere Endpunkte waren die Veränderungen im EuroQuol-5D Fragebogen (EQ-5D), in den selbst eingeschätzten Schmerzen auf der Visuellen Analogskala (VAS) und prozedur- bzw. implantatbedingte Komplikationen.

Ergebnisse: Es wurden 51 Patienten eingeschlossen. Die Frakturen wurden zu 6% als A1.1, zu 68% als A1.2 und zu 25% als A3.1 klassifiziert. Der mittlere RMDQ betrug präoperativ 19,3 Punkte, die Verbesserung nach sieben Tagen 8,8 Punkte (p<0,0001), nach drei Monaten 16,4 Punkte (p<0,0001), nach sechs Monaten 17,9 Punkte (p<0,0001) und nach zwölf Monaten 17,7 Punkte (p<0,0001). Der mittlere EQ-5D betrug 0.16±0.12 Punkte präoperativ, die Verbesserung nach sieben Tagen 0,48 Punkte (p<0,0001), nach drei Monaten 0,70 Punkte (p<0,0001), nach sechs Monaten 0,77 Punkte (p<0,0001) und nach zwölf Monaten 0,76 Punkte (p<0,0001). Der mittlere VAS präoperativ betrug 7.31±2.99 Punkte, die Verbesserung nach sieben Tagen 4,4 Punkte (p<0,0001), nach drei und sechs Monaten 5,6 Punkte (p<0,0001) und nach zwölf Monaten 6,1 Punkte (p<0,0001). Bis zur Abschlusskontrolle nach zwölf Monaten traten keine prozedur- oder implantatbedingte Nebenwirkungen auf.

Schlussfolgerung: Die Kyphoplastie mit KyphOS FS ist eine sichere und in Bezug auf die Schmerzreduktion sehr effektive Behandlungsmethode bei traumatischen, nicht-osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen. Damit besteht eine neue, sehr wenig invasive Therapieoption in der Behandlung traumatischer Wirbelkörperfrakturen.