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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Chylothorax – Ursachen und Behandlungsoptionen

Meeting Abstract

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  • Heike Zabeck - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Thomas Muley - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Hendrik Dienemann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Hans Hoffmann - Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch563

DOI: 10.3205/10dgch563, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5633

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Zabeck et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der lymphatische Pleuraerguss (Chylothorax) ist ein oft schwer zu therapierendes Problem. Ziel der retrospektiven Fallanalyse war es, mögliche Therapiealgorithmen zu identifizieren.

Material und Methoden: Alle konsekutiven Patienten (2001–2009) mit der Diagnose „Chylothorax“ wurden erfasst und retrospektiv analysiert. Erhoben wurden Ursache, Drainagenfördermenge, Triglyceride im Punktat, Therapie, Drainageliege- und Krankenhausverweildauer. Gruppenunterschiede wurden mittels Mann-Whitney-Test auf statistische Signifikanz überprüft.

Ergebnisse: Analysiert wurden n=82 Fälle bei n=75 Patienten. Die Ursache war in n=37 Fällen (45%) operativ, davon n=26 (32%) nach lungenresezierenden, n=11 (13%) nach nicht-lungenresezierenden Eingriffen. Die übrigen 45 Fälle verteilten sich auf weitere 5 Gruppen: maligne Ursachen n=17 (21%), Lymphangioleiomyomatose n=5 (6%), Leberzirrhose n=4 (5%), sonstige spontane Ursachen n=18 (22%), Trauma n=1. Wir konnten 5 Therapie-Gruppen unterscheiden: Konservativ n=13 (16%), Drainage/Pleurodese n=16 (20%), VATS/Pleurodese n=27 (33%), Thorakotomie/Ductus-Ligatur n=16 (20%), Mehrfacheingriffe n=10 (12%).

N=19 (51%) der postoperativen Chylothoraces erforderten eine Thorakotomie/Ductus-Ligatur oder Mehrfacheingriffe. Dies war nur bei n=6 (13%) der spontanen Chylothoraces der Fall. Der Chylothorax nach Lungenresektion wurde in n=13 Fällen konservativ oder durch Drainageneinlage beherrscht, in n=13 Fällen waren eine Thorakotomie/Ductus-Ligatur oder Mehrfacheingriffe erforderlich. Bei diesen Patienten zeigte sich eine signifikant höhere Drainagenfördermenge (Median 1097 ml/24h vs. 378 ml/24h, p=0.003) sowie eine längere Drainagen- und Krankenhausverweildauer.

Schlussfolgerung: Die Mehrzahl der nicht-operativen Chylothoraces kann konservativ oder mit Drainage/Pleurodese beherrscht werden. 50% der postoperativen Chylothoraces erfordern die operative Revision. Dafür ist die Drainagenfördermenge der entscheidende Indikator.