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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Behandlungskonzept eines Abdomen apertum mit frei liegender kontaminierter Gefäßprothese

Meeting Abstract

  • Adnan Kukic - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Michael Meyn - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Thomas Schmitz-Rixen - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Thomas Schmandra - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch554

DOI: 10.3205/10dgch554, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5544

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Kukic et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Behandlung komplexer, großflächiger Wunden mit frei liegenden Gefäßprothesen stellt eine außerordentliche chirurgische Herausforderung dar. Vorgestellt wird exemplarisch das Behandlungskonzept mit Entfernung des gesamten alloplastischen Materials mit autologer Rekonstruktion der Gefäßpassage und nachfolgender sukzessiver Wundkonditionierung.

Material und Methoden: Übernommen wird eine 67j. Patientin mit Abdomen apertum nach multiplen resezierenden Darmeingriffen (u.a. Hemikolektomie re., Anastomosenresektion bei Insuffizienz, Sigmaresektion mit Hartmann-Stumpfanlage und endständigem Descendostoma, endständiges Ileostoma über die Wunde ausgeleitet) und in der stuhlkontaminierten Bauchwunde frei liegendem alloplastischen femoro-femoralem Crossover-Bypass bei Verschluss der linken arteriellen Beckenachse.

Ergebnisse: Es erfolgt die Adhäsiolyse mit Freilegung von Aorta und Beckenarterien. Der infizierte, alloplastische Crossover-Bypass wird entfernt. Unter digitaler Führung von abdominal gelingt die Rekonstruktion der linken Beckenachse mittels kombinierter retrograder und offener TEA so dass kein autologer aorto-femoraler Bypass angelegt werden muß. Die Arteriotomie der A.iliaca com. links und der A. femoralis com. beidseits werden mit autologem Patch (V.saphena magna re.) versorgt. Das Dünndarmpaket wird mobilisiert und das endständige Ileum im rechten Unterbauch ausgeleitet. Das Abdomen wird mittels Vacuum-System und einer dermalen Zügelung versorgt. Es erfolgen mehrere Second-look-Operationen mit Fortführung des Behandlungskonzeptes. Bei sauberen Bauchverhältnissen und funktionierender Gefäßrekonstruktion gelingt nach 7d der Bauchverschluss. Die Patientin kann problemlos extubiert und rückverlegt werden.

Schlussfolgerung: Zur Vermeidung eines septischen Prothesenausrisses ist die Entfernung des infizierten alloplastischen Materials und die autologe Rekonstruktion obligat. Hierfür stehen neben dem hier beschriebenen Vorgehen noch weitere Optionen zur Verfügung. Die Konditionierung mittels Vakuumtherapie gewährleistet eine gute Wundregeneration und bietet im Zusammenspiel mit der dermalen Traktion die Option für einen Wundverschluß auch bei Abdomen apertum.