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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Vagale Modulation afferenter Sensibilität und intestinaler Entzündung im Dünndarm der Maus

Meeting Abstract

  • Sarah Mittler - Walter-Brendel Institut, Experimentelle Medizin, München, Deutschland
  • Mario Müller - Klinikum Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik- Campus Grosshadern, München, Deutschland
  • Mia Karpitschka - Klinikum Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • Michael Kasparek - Klinikum Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik- Campus Grosshadern, München, Deutschland
  • Karl-Walter Jauch - Universitätsklinikum der LMU München-Großhadern, Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik München Großhadern, München, Deutschland
  • Martin Kreis - Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Chirurgische Klinik und Poliklinik- Campus Grosshadern, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch528

DOI: 10.3205/10dgch528, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5287

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Mittler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die vagale Innervation kann bei Entzündungsreaktionen Makrophagen modulieren. Ziel der Untersuchung war es, den Einfluß der vagalen Innervation auf die Entzündungsreaktion in einem Tiermodell für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu untersuchen.

Material und Methoden: Mit Indomethacininjektion wurde eine Entzündungsreaktion im Dünndarm von C57bl6 Mäusen ausgelöst, welche für Vagotomietiere und sham-vagotomierte Tiere vergleichbar war. Vier Versuchsgruppen wurden untersucht (n=6): Subdiaphragmale Vagotomie Indomethacin (s.c.) jeweils am 3. und 4. Tag nach OP; Shamvagotomie Indomethacin; subdiaphragmale Vagotomie ohne Indomethacin; unbehandelte Kontrolltiere. Am 5. Tag nach der OP wurden die Tiere getötet und die vorliegende Entzündung mit Hilfe eines makroskopischen Scores quantifiziert. Von einem 2 cm langen Jejunalsegment wurde die afferente Sensibilität des mesenterialen Nervens in vitro gemessen.

Ergebnisse: Der makroskopische Entzündungsscore war 4,72±0,17 (MW ± SEM) in den vagotomierten Tieren, die Indomethacin erhielten und 4,79±0,34 in den sham-operierten Tieren nach Indomethacin. Hierfür war eine Dosis von 30 mg kg-1 Indomethacin bei den Vagotomie-Tieren im Gegensatz zu 22,5 mg kg-1 (75 %) bei den shamvagotomierten Tieren erforderlich. Nach serosaler 2m5-HT Gabe ins Organbad (250 µM) fehlte die Reizantwort bei allen vagotomierten Tieren unabhängig von der Indomethacingabe (jeweils p<0.05). Die Reizantworten auf Bradykinin (0,5 µM) waren 29,5±5,38 imp sec-1 für Vagotomie Indomethacin im Vergleich zu 31,8±5,78 bei Shamvagotomien Indomethacin (n.s.), während 42,6±5,78 imp sec-1 und 40,3±6,96 nach Vagotomie und shamvagotomierten Tieren ohne Indomethacin gemessen wurde (n.s.). Die three-way ANOVA Auswertung ergab, daß Indomethacin und Vagotomie unabhängig voneinander die Reizantwort auf mechanische Distension der Darmschlinge bis 80 cmH2O hemmen.

Schlussfolgerung: Die intakte vagale Innervation hat einen protektiven Effekt auf die Auslösung einer intestinalen Entzündung im Dünndarm der Maus, welche zu einer Reduktion der mesenterialen afferenten Sensibilität führt.

Gefördert DFG KR 1816/8-1.