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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Open Abdomen 2008 – Umfrage zu Behandlungsstrategien des offenen Abdomens in Deutschland

Meeting Abstract

  • Till Hasenberg - Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Florian Herrle - Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Isabella Fini - Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Jens-Olaf Jonescheit - Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Edward Shang - Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Peter Kienle - Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Stefan Post - Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Marco Niedergethmann - Universitätsmedizin Mannheim, Chirurgische Klinik, Mannheim, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch514

DOI: 10.3205/10dgch514, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5142

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Hasenberg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das abdominellem Kompartmentsyndrom, die sekundärer Peritonitis oder auch polytraumatisierte Patienten mit abdomineller Beteiligung stellen eine Indikation für eine Behandlung mittels „offenem Abdomen“ dar. Insbesondere die Vakuum-Therapie hat dieser Entwicklung deutlichen Auftrieb gegeben. Ziel dieser Umfrage war es sowohl die Verbreitung als auch den Stellenwert der unterschiedlichen Behandlungsmethoden dieser Konzepte in Deutschland zu untersuchen.

Material und Methoden: Zwischen Sept. und Okt. 2008 wurde an 1219 chirurgische Kliniken in Deutschland ein Fragebogen versandt, in dem Fragen zu Fallzahlen, Einsatzspektrum, Indikationen und Behandlungstechniken des offenen Abdomens den Stellenwert dieser Behandlungsmethode beleuchten sollten.

Ergebnisse: Rücklauf 456/1.219 (37,4%); 94% der Einrichtungen wenden das Behandlungskonzept „offenes Abdomen“ (OA) an. 6 Patienten werden im Median pro Jahr und Klinik behandelt (Range 1–60). Das Konzept des OA wird bei traumatologischen Patienten von 4% der befragten Chirurgen nie, in 65% selten und in 6% gelegentlich eingesetzt (n/a 24%). Bei allgemein- und viszeralchirurgischen Patienten kommt das Konzept in 1% nie, in 23% selten, in 47% gelegentlich und in 22% häufig zur Anwendung (n/a 7%). Indikationen für eine OA-Behandlung sind: intra-abdominelle Sepsis/sekundäre Peritonitis 1% nie, 18% selten, 37% gelegentlich und 38% häufig (n/a 7%); abdominelles Kompartment 3 % nie, 41% selten, 30% gelegentlich und 10% häufig (n/a 17%); nekrotisierende Pankreatitis 3% nie, 35% selten, 38% gelegentlich, 15% häufig (n/a 9%). Behandlungstechniken: Etappenlavage (80%), Abdominal dressing (Fa KCI) (75%), geplante ventrale Hernie (64%), sog. Vakuum-Pack (14%), sonstige (4%).

Schlussfolgerung: Das Behandlungskonzept des „offenen Abdomens“ hat in Deutschland weite Verbreitung gefunden, wobei ein Behandlungsschwerpunkt die Beherrschung schwerster Krankheitszustände im Bereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie darstellt.