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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Neue Möglichkeiten der minimalinvasiven funktionsstabilen Fixation von distal metaphysären Unterschenkel, Pilonfrakturen und komplexen Sprunggelenksfrakturen mit dem XS-Nagel

Meeting Abstract

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  • Wilhelm Friedl - Klinikum Aschaffenburg, Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie, Aschaffenburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch482

DOI: 10.3205/10dgch482, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4827

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Friedl.
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Gliederung

Text

Einleitung: Distale Unterschenkel und Pilonfrakturen weisen ein schlechte Weichteildeckung, hohe Instabilität und ausgeprägte Weichteilschädigung auf. Diabetes Mellitus, AVK und venöse Zirkulationsstörungen sind zusätzliche Risikofaktoren bei einer offenen Versorgung dieser Verletzungen. Daher haben wir ein neues Konzept einer perkutanen Versorgung dieser Frakturen mit dem XS- und XXS-Nagel entwickelt und seit Mai 2000 eingesetzt. Sprunggelenksverletzungen werden als Gelenkverletzungen offen reponiert.

Material und Methoden: Von Mai 2000 bis März 2002 wurden 15 Pilon und 214 Sprunggelenksfrakturen (davon118 Weber C und Bimaleoläre Frakturen, dabei waren 37% der Patienten mit erhöhtem Risiko einer Wundheilungsstörung) mit einer XS-Nagelosteosynthese versorgt. 91 Patienten wurden mindestens 6 Monate nach Versorgung nachuntersucht und nach den Scores nach Ovadia (Pilon Frakturen) und Olerud (Sprunggelenk) bewertet.

Bei der Pilonfraktur erfolgt eine perkutane Kirschnerdrahteinbringung von der Fibulaspitze in den Fibulamarkraum. Mit einem 4,5 mm respektive 3,5 mm Lochbohrer erfolgt die Nagellager Vorbereitung in das der Nagel mit dem Zielbügel eingebracht wird. OSG Frakturen werden grundsätzlich offen reponiert.

Ergebnisse: 71,4% der Patienten wiesen exzellente und 24,3% gute Ergebnisse auf. Nur ein Patient mit Pilonfraktur und eine Patientin mit OSG Reosteosynthese nach dislozierter Plattenosteosynthese wiesen ein schlechtes Behandlungsergebnis auf. In keinem Fall kam es zu einer Frakturdislokation oder Implantatbruch. Bei 2 Pilonfrakturen war eine Spongiosatransplantation erforderlich. Bei lediglich einer Sprungelenksfraktur war eine Nekrosenexzision und Spalthautdeckung erforderlich.

Schlussfolgerung: Der XS/XXS-Nagel ermöglicht eine stabile, Weichteil schonende und komplikationsarme Versorgung von Pilon, distalen Unterschenkel Metaphysen Frakturen aber auch von Sprunggelenkfrakturen