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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Ästhetik und Funktionelles Outcome freier Lappenplastiken zur Defektdeckung der unteren Extremität – Vergleich Muskel- mit Perforatorlappenplastiken

Meeting Abstract

  • Christoph Czermak - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen, Deutschland
  • Emilios Nalbantis - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Universität Heidelberg, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen, Deutschland
  • Günter Germann - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen, Deutschland
  • Christoph Heitmann - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Universität Heidelberg, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch464

DOI: 10.3205/10dgch464, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4644

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Czermak et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Versorgung lappenpflichtiger Weichteildefekte der unteren Extremität hat durch die Einführung neuer Techniken z.B. freier kutaner Perforatorlappenplastiken in den letzten Jahren einen grundlegenden Wandel erfahren. Ob kutane Lappenplastiken Vorteile gegenüber muskulären Lappenplastiken bieten ist Gegenstand der hier vorgestellten Studie

Material und Methoden: 51 Patienten mit traumatisch bedingtem Weichteildefekt am Unterschenkel wurden nachuntersucht. Bei der ersten Gruppe von 30 Patienten erfolgte die Defektdeckung mittels freier Muskellappenplastik. Die zweite Gruppe umfasste 21 Patienten welche mittels freier kutaner Perforatorlappenplastik versorgt wurden. Untersucht wurde die Anzahl der Operationen bis zum Wundverschluss, Komplikationen und die Dauer der stationären Aufenthalte. Im Rahmen der klinische Nachuntersuchung wurden der FFbH und SF-36 angewandt sowie eine Beurteilung des ästhetischen Outcomes durch Patienten und unabhängige Beobachter vorgenommen. Es erfolgte zudem die Messung der Grobkraft und des Bewegungsausmaßes der unteren Extremität.

Ergebnisse: Die Lappenverlustrate lag bei 2%, die Revisionsrate bei 9,6% ohne Unterschiede bezüglich der Lappenart. Im Vergleich zeigten muskulären Lappenplastiken in der Patientenbeurteilung als auch durch unabhängige Beobachter ein signifikant schlechteres ästhetisches Ergebnis. Im Mittel benötigten Patienten, bei denen eine muskulärer Lappenplastik durchgeführt wurde 2,1 Eingriffe bis zur endgültigen Defektdeckung im Vergleich zu 1,7 Eingriffen bei den kutanen Lappenplastiken. Hinsichtlich der funktionellen und subjektiven Ergebnisse bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Schlussfolgerung: Auch wenn die Art der Lappenplastik in unserem Patientengut keine Auswirkung auf das funktionelle Ergebniss hatte und muskuläre Lappenplastiken weiterhin ihre Berechtigung in der Therapie von Weichteildefekten haben, zeigten die rein kutanen Perforatorlappenplastiken Vorteile bezüglich des ästhetischen Ergebnisses sowie eine verringerte Anzahl operativer Eingriffe.