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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Fester Stellenwert von Perforans-Lappenplastiken bei der Weichteil-Rekonstruktion

Meeting Abstract

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  • Riccardo Lunda - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München, Deutschland
  • Daniel Müller - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München, Deutschland
  • Hans-Günther Machens - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch461

DOI: 10.3205/10dgch461, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4615

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Lunda et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die altbekannte „rekonstruktive Leiter“ wurde im letzten Jahrzehnt um die Technik der Perforans-Lappenplastiken erweitert. Diese Technik hat sich zunächst in der Brustrekonstruktion etabliert und in den letzten Jahren auch in der Rekonstruktion der Extremitäten zunehmend Verbreitung gefunden. Vorteile sind der Erhalt der Muskulatur, der längere Gefässtiel und die relativ dünnere Dicke des Hautlappens surch alleinige Transplantation des subkutanen Fettgewebes mit der Haut. Die vorliegende Arbeit fasst die Erfahrungen mit Perforans-Lappenplastiken am Klinikum rechts der Isar zusammen und hat eine kritische Einordnung der neuen Technik zum Ziel.

Material und Methoden: Seit 2001 werden am Klinikum rechts der Isar Perforans-Lappenplastiken durchgeführt. Begonnen wurde mit lokal gestielten Perforans-Gefäßen an der oberen Extremität. Die Erfolge haben zur Einführung des DIEP Flaps als Standardverfahren in der Brustrekonstruktion geführt.

Ergebnisse: Im Bereich der Extremitäten Rekonstruktion hat sich die antero-laterale Oberschenkel Perforans-Lappenplastik (ALT Flap) als zusätzliches Arbeitspferd in der Rekonstruktion der unteren und oberen Extremität etabliert. Die Vorteile sind die Rückenlage des Patienten, der meist primär mögliche Wundverschluss, die relative geringe Dicke des Hautlappens und die guten Gefäßkaliber der A. circumflexa femoris lateralis.

Schlussfolgerung: Perforans-Lappenplastiken haben wegen ihrer klaren Vorteile mittlerweile ihren festen Stellenwert in der Weichteilrekonstruktion. Im Bild der „rekonstruktiven Leiter“ (Abbildung 1 [Abb. 1]) könnte man von einer zusätzlichen Stufe spreche, wobei wir das Modell des „rekonstruktiven Rades“ (Abbildung 2 [Abb. 2]) als modernes Modell der Weiteilrekonstruktion favorisieren. Hier stellt die Perforans-Lappenplastik eine zusätzliche tragende Speiche dar. Allerdings wird im Gegensatz zum stetig ansteigenden Schwierigkeitsgrad der rekonstruktiven Leiter nicht immer das nächst schwieriger angewandt, sondern von vorneherein die für den individuellen Patienten mit dem individuellen Defekt die am besten geeignete Lappenplastik durch den Plastischen Chirurgen ausgewählt.